DAS UNGEHEUER IST UNTER UNS
(THE CREATURE WALKS AMONG US, USA, 1956, Regie: John Sherwood)
Nach DIE RACHE DES UNGEHEUERS (1955) legten die Universal Studios noch mal nach und spendierten dem Kiemenmensch einen letzten Kinoauftritt, diesmal unter der Regie von John Sherwood.
Leider konnte mich der dritte Teil noch weniger überzeugen als der zweite. In den bisherigen Teilen sah es am Ende immer so aus, als ob der Kiemenmensch gestorben sei, doch zweimal wurde man eines besseren belehrt. Man geht mit keinem Wort auf die Ereignisse der Vorgänger ein, ist aber dennoch auf der Suche nach dem Kiemenmensch, der sich immer noch in den Sümpfen von Florida aufhalten soll, und so ist es auch.
Anfänglich bekommt man wieder schöne Unterwasseraufnahmen präsentiert, in denen Taucher auf die Suche nach dem Kiemenmensch gehen. Zeigt er sich, bekommt man erneut das klassische Bild von ihm. Doch nach einem Feuerunfall und der Gefangennahme des Kiemenmensch kommt es zu einer optischen Veränderung. Das Wesen verliert seine Schuppen, seine Haut wird menschlicher und ihm wachsen Lungen, um an Land leben zu können. Und so wird aus dem schlaksigen Kiemenmensch ein klobiger Wasauchimmer, der nur bemitleidenswert ist. Bemitleidenswert sind auch die unsympathischen Charakterzeichnungen der Figuren. Sind die Figuren in DIE RACHE DES UNGEHEUERS schon ausladend, sind diese hier geradezu zum weglaufen. Relativ gut gelungen ist die Atmosphäre, die durch die Landschaftsaufnahmen von Florida aufgebaut wird. Dazu geht hier ein sehr viel größeres und moderneres Schiff auf Reisen.
DAS UNGEHEUER IST UNTER UNS ist zwar abwechslungs- und ideenreicher als sein Vorgänger, doch insgesamt ist Sherwoods Inszenierung zu spannungsarm und dröge.
(Bjoern Candidus)
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