PSYCHO MANIACS
(UN FIOGGO NERO PER DEBORAH, Italien, 1974, Regie: Marcello Andrei)
Deborah wünscht sich ein Kind, doch ihr Arzt diagnostiziert ihr Unfruchtbarkeit. Als Deborah und ihr Mann Michael von der Party eines Freundes, der ein großes Interesses an Esoterik und Übersinnlichem hegt, aufbrechen, werden sie Zeuge eines Autounfalls, bei dem ein Ehepaar schwer verletzt wird. Die Tatsache, dass sie gebärfähig ist und der Schock durch den miterlebten Unfall, drücken auf ihre Stimmung. Doch plötzlich ist Deborah davon überzeugt, schwanger zu sein und trifft sich fortan mit Mira, die den Unfall scheinbar überlebt hat. Michael macht sich derweil Sorgen um die Psyche seiner Frau.
Marcello Andrei (DIE WILDE MEUTE, 1975) hat hier einen sehr ruhigen Horrorfilm geschaffen, der sich an die damalige Okkult-Horrorfilm-Welle heftet, die mit ROSEMARY‘S BABY (1968) und DER EXORZIST (1973) die Kinokassen klingeln ließ. Doch den Teufel lässt Andrei in PSYCHO MANIACS außen vor und konzentriert sich mehr auf die Welt, des Übersinnlichen, des Geisterreiches und der Reinkarnation. Inhaltlich ist man also näher an AUDREY ROSE (1977) als bei DER EXORZIST. Zugleich liefert Andrei aber auch genug Psycho-Thriller-Drama, was den Film zusätzlich interessant macht, auch wenn die Inszenierung nicht ohne Probleme auskommt. Von Beginn an liegt eine gewisse Schwere auf den Bildern, die nicht selten durch den Score von Alberto Verrecchia verstärkt wird. Verrecchia kann es allerdings auch verstörend, was er zwischendurch beweist. Die Atmosphäre von PSYCHO MANIACS ist bedrückend bis unheimlich, wird jedoch manchmal von sehr schwülstigen Momenten unterbrochen, und in diesen lauert auch das Hauptproblem: Marina Malfatti als Deborah. Leider wurde ich mit ihr überhaupt nicht warm und durch ihre hässliche Kurzhaarfrisur musste ich unentwegt an Carla Gravina in DER ANTICHRIST (1974) denken, die mich auch mit ihrer Frisur fertig gemacht hat. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen groß irritieren können. Nicht viel mehr Sympathie konnte ich für Bradford Dillman als Michael aufbringen. Selbst in FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN (1971) hat es Dillman als einer der Guten geschafft, unsympathisch zu wirken. Vielleicht ist das einfach sein Talent. Insgesamt gibt es hier nur wenig Figuren und keine von denen bietet irgendein Identifikationspotential.
PSYCHO MANIACS ist trotz seiner unheilschwangeren Atmosphäre und ein paar verstörenden Szenen etwas zu sauerstoffarm, um einen knapp 110 Minuten bei Laune halten zu können. Freunden von italienischen Horrorfilmen sollten in Andreis Film dennoch einen Blick riskieren, denn interessant ist er auf jeden Fall.
(Bjoern Candidus)
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