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Rawhead Rex, 1986 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

RAWHEAD REX*
(GB, 1986, Regie: George Pavlou)

In Rathmore erweckt ein Bauer auf einem Acker versehentlich ein uraltes Monster namens Rawhead Rex. Der Rawhead erledigt den Bauer und sucht in der umliegenden Gegend nach weiteren Opfern. Zur gleichen Zeit ist der amerikanische Historiker Howard Hallenbeck aus beruflichen Zwecken mit seiner Familie angereist, um die Kirchenfenster von Rathmore zu studieren. Als der Rawhead den kleinen Sohn von Hallenbeck tötet, schwört der Familienvater Rache.

Im Glanze von HELLRAISER (1987) ist schnell die ein Jahr vorher produzierte Adaption einer Kurzgeschichte von Clive Barker untergegangen. Zu Recht, würden viele sagen, und im Vergleich zu HELLRAISER kann RAWHEAD REX nur abschmieren. Aber ein Vergleich ist nicht angebracht, auch wenn beide Geschichten aus der Welt von Clive Barker entstammen.

RAWHEAD REX ist ein Monsterfilm mit mythologischem Hintergrund, der sich im ländlichen England abspielt. George Pavlou, der Regisseur und ein Freund Barkers, hat die karge, grüne Landschaft von Irland (was als England verkauft wird) sehr gut genutzt, um eine kalte Atmosphäre zu erzeugen. Faszinierende Wolkenspiele und beschauliche Dörfer zieren die Kulisse, in denen sich Rawhead Rex austoben darf. Die expliziten Beschreibungen Barkers werden in der Verfilmung natürlich nicht berücksichtigt, dennoch konnten mich die Effekte und auch das Monster-Design weitestgehend überzeugen. Der Rawhead, ein Darsteller im Monsterkostüm, sieht etwas wie ein Warzenschweinen mit dem Outfit eines Mittelalterpunks aus und könnte ein Bruder von Bebop aus dem TMNT-Universum sein. Die Maske ist zwar insgesamt etwas steif, dennoch hat die Fratze mit den rot glühenden Augen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seine Darstellung mag insgesamt manchmal etwas zum schmunzeln anregen, aber ich mag den Rawhead einfach, wenn er durchdreht. Er bekommt eine eigene Mythologie mit auf den Weg, mit der der ansässige Priester Declan O’Brien konfrontiert wird, denn das Monster ist schließlich in einem der Bleiglasfenster der Kirche festgehalten. David Dukes bekleidet die Rolle von Howard Hallenbeck, seine Frau Elaine wird von Kelly Piper dargestellt, die eine solide Arbeit geleistet haben. Dazu liefert Pavlou einige verschrobene Figuren, die für das britische Kino nicht untypisch sind, z.B. der griesgrämige Inspektor. Hin und wieder könnte man fast meinen, es mit einer Tigon- oder Amicus-Produktionen zu tun zu haben, doch hier ist man mitten in den 1980er-Jahren, was man an den durchaus gelungenen Lichteffekten und Blitzen erkennen kann. RAWHEAD REX durchziehen immer wieder grelle Farben, die die ansonsten eher faden Sets beleben. Der passende Score stammt von Colin Towns. 

Das Hauptproblem von RAWHEAD REX ist in erster Linie seine Spannungsarmut, denn ansonsten hat Pavlou einen charmanten Monsterfilm mit knalligen Effekten gedreht. 

(Bjoern Candidus)

*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“ und auf der UHD/BD von Wicked Vision

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