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The Zero Boys, 1986 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

THE ZERO BOYS
(USA, 1986, Regie: Nico Mastorakis) 

Die paintballbegeisterten Steve, Larry und Rip wollen gemeinsam mit ihren Freundinnen Jamie, Sue und Trish ein Wochenende im Wald verbringen. Im Schoße von Mutter Natur angekommen erweckt ein Haus, was scheinbar unbewohnt ist, ihre Aufmerksamkeit. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Bewohner ganz in der Nähe sind und die Absicht verfolgen, die Besucher des Waldes nach und nach zu dezimieren. 

Nico Mastorakis Backwood-Horror-Action-Hybrid THE ZERO BOYS ist eine kurzweilige Angelegenheit, die trotz ausgelatschter Pfade erfrischend wirkt. Inhaltlich gibt es hier kaum etwas Neues zu entdecken, aber Mastorakis Inszenierung ist ein weiteres Mal ziemlich sauber und versiert geraten.

Der zwischen Bäumen und Büschen gut getarnte Feind, den man lange nicht oder nur schemenhaft erkennt, kann als Vietnamkrieg-Metapher gesehen werden, vor allem, wenn sich die sechs Urlauber in ihre Armyklamotten werfen. Inhaltlich wird der Konflikt zwischen USA und Vietcong natürlich nicht aufgegriffen, dennoch könnten die jungen Leute die Kinder jener Vietnam-Veteranen sein, die hier den Höllenritt ihrer Eltern fortsetzen müssen. 

Dass der Vietcong hier aus weißen us-amerikanischen Hinterwäldlern besteht, die Jagd auf Menschen machen, bringt einen dann zurück zu Filmen, wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974), RITUALS (1977) oder VOR MORGENGRAUEN (1981). In dieser Reihe kann sich THE ZERO BOYS gut und gerne eingliedern, denn Mastorakis Mix aus Action- und Backwood-Horrorfilm ist eine brutale und blutige Angelegenheit, die zügig und schnörkellos vonstattengeht. Harpunen, Gewehre, Fallen und ein Snuff-Video sorgen für die gewünschten Schauwerte, die Mastorakis ansehnlich liefert. 

Die dümmlichen Figuren verlieren schnell die Lust am Spaß und müssen alsbald um ihr Leben kämpfen. Das ist auch gut so, denn anfänglich darf man befürchten, dass THE ZERO BOYS eine ganz andere Richtung einschlagen wird, wenn man sich mitten in einem Paintball-Duell zwischen Proleten befindet. Ein Jahr später greift der ähnlich gelagerte, aber sehr viel schlechtere MASTER BLASTER (1987) auch das Thema Paintball auf und kombiniert es mit dem Backwood- und Slasher-Elementen. 

Auch musikalisch macht THE ZERO BOYS was her. Der Score von Hans Zimmer und Stanley Myers erweckt immer wieder Erinnerungen an Harry Manfredinis Arbeiten für die FREITAG DER 13. Reihe. Das ist besonders interessant, weil Mastorakis in der gleichen Location gedreht hat, in der UND WIEDER IST FREITAG DER 13. (1982) entstanden ist. 

THE ZERO BOYS liefert gut fotografierte Action, ein paar saftige Gore-Einlagen und eine packende Atmosphäre Inmitten der Natur. 

(Bjoern Candidus)

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