FRANKENSTEIN-GESCHICHTEN
(TALES OF FRANKENSTEIN, GB, USA, 1958, Regie: Curt Siodmak)
Baron Frankenstein braucht ein neues Gehirn für seine aktuelle Kreation, denn das letzte stammte von einem Mörder, was für Ärger gesorgt hat. Da kommt ihm das Ehepaar Paul und Christine Halpert gerade recht. Paul ist schwer krank und die beiden erhoffen sich Hilfe von Frankenstein, denn schließlich sagt man sich, er könne neues Leben schaffen. Frankenstein kann Paul nicht helfen. Doch als Paul schließlich seiner schweren Krankheit erliegt, greift der Baron zu seinem Gehirn und verpflanzt es ihn einen anderen Körper.
Nachdem die Hammer-Studios mit FRANKENSTEINS UNGEHEUER (1957) einen großen Erfolg feierten, plante man, zusammen mit Screen Gems, der Tochtergesellschaft von Columbia Pictures, eine Serie zum Thema, die über einen Pilotfilm hinaus nicht weiter produziert wurde. Der fertige Pilotfilm wurde dementsprechend auch gar nicht erst ausgestrahlt und erblickte Jahre später im Rahmen diverser Ausstrahlungen und späterer DVD, bzw. Bluray-Veröfentlichungen das Licht der Welt.
Was bei hier direkt auffällt ist das Schwarzweißbild und die Vampirbräute aus DRACULA (1931), die man in den Vorspann geschnitten hat. Zeichnet sich FRANKENSTEINS UNGEHEUER auch dadurch aus, dass er der erste britische Horrorfilm in Farbe ist, fühlt man sich hier sofort zurückversetzt in alte Universal-Frankenstein-Zeiten. Dieser Eindruck wird dann noch mehr verstärkt, wenn man das Make-up des Monsters sieht, was mehr an Karloff als an Lee angelehnt wurde. Hier wurde Frankensteins Kreation von Don Megowan verkörpert, der einen ziemlich bemitleidenswerten Auftritt hat, was aber durchaus zu der prekären Situation passt. Sehr stimmig ist Anton Diffring, den man sofort an den Augen erkennt und vom Typ her sowieso Ähnlichkeiten mit Peter Cushing hat, den ich persönlich für den besten Frankenstein-Darsteller halte. Aber Diffring hinterlässt als Frankenstein ebenfalls einen guten Eindruck, auch wenn er sich im Rahmen von 28 Minuten natürlich nicht genug entfalten kann. Nichts kann sich hier so richtig entfalten, dennoch hat sich Regisseur Curt Siodmak und sein Team Mühe gegeben, zumindest ein bisschen Grusel-Atmosphäre zu erzeugen. Es gibt die obligatorische Dorfschänke, einen Friedhof und das Labor, was nett ausgestattet wurde. Zudem ist die Geschichte recht interessant. Dennoch wirkt das Ganze durch das Fehlen der Farbe selbst für 1958 etwas antiquiert.
FRANKENSTEIN-GESCHICHTEN ist ein durchaus sehenswerter Beitrag in der Welt der Frankenstein-Adaptionen und hätte durchaus eine interessante Serie mit sich ziehen können.
(Bjoern Candidus)
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