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Jack the Ripper, 1976 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

JACK THE RIPPER – DER DIRNENMÖRDER VON LONDON*
(Deutschland, Schweiz, Spanien, 1976, Regie: Jess Franco)

Hat man sich daran gewöhnt, dass Jess Franco seinen JACK THE RIPPER in Zürich statt London gedreht hat, darf man sich auf eine sehr gute Verfilmung des weltberühmten Kriminalfalls freuen. Franco hat sich viel Mühe gegeben, eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, um ein London-Gefühl zu erzeugen. Das ist zwar nicht wirklich gelungen, dennoch sind die kleinen, gepflasterten Sträßchen von Zürich ansehnlich genug, um den Schauplatz als alternatives London zu akzeptieren. Auch die Fluss-Szenen, in denen Herbert Fux als Angler Leichenteile an Land zieht, wissen zu gefallen. Man bekommt rustikale Räume und ein schönes Gewächshaus zu sehen und darf sich auf ein lebendiges Treiben im Rotlichtmilieu freuen. Handwerklich ist JACK THE RIPPER wirklich gut gemacht und gehört zu den stimmigsten Produktionen des Spaniers, was hier natürlich auch am Produzenten Erwin C. Dietrich lag, mit dem Franco einen ganzen Filmzyklus auf die Beine stellte. 

Neben bereits erwähntem Herbert Fux ist es vor allem Klaus Kinski, der hier als Jack the Ripper glänzend besetzt ist. Tagsüber arbeitet er als gewissenhafter Doktor, nachts bringt er Prostituierte um. Kinski macht die Rolle sichtlich Spaß und bekommt von Franco viel Spielzeit eingeräumt. Des Weiteren sind Charlie Chaplins Tochter Josephine Chaplin und Lina Romay an Bord, die neben den vielen weiteren kleinen Rollen einen guten Eindruck hinterlassen. 

Eindruck hinterlassen auch die wenigen, aber harten Gore-Szenen, die sehr explizit präsentiert werden. Ausgeweidete Körper und abgeschnittene Brüste erlebt man bei Franco nicht alle Tage, aber es geht ja auch um Jack the Ripper. Weniger gelungen ist der monotone Score von Walter Baumgartner, der mich zunehmend mehr genervt hat. 

JACK THE RIPPER – DER DIRNENMÖRDER VON LONDON ist ein atmosphärischer, garstiger Film mit einem starken Klaus Kinski, der auch Franco-Skeptikern gefallen könnte. 

(Bjoern Candidus)

*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“

←Tales of Frankenstein, 1958 – ★★★
The Deadly Bees, 1966 – ★★½→

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