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Pet Sematary II, 1992 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2
(PET SEMATARY II, USA, 1992, Regie: Mary Lambert)

Nach dem tragischen Unfalltod von der Schauspielerin Renee Hallow, zieht ihr Sohn Jeff mit seinem Vater in das kleine Städtchen Ludlow. Während sein Vater als Tierarzt Fuß fassen will, muss sich Jeff auf seiner neuen Schule behaupten, wo er sich mit Drew anfreundet, der ihm von dem geheimnisvollen Indianerfriedhof erzählt, der hinter dem Tierfriedhof liegt und Tote ins Leben zurückbringen soll. Als Drews Hund von seinem Stiefvater Sheriff Gus Gilbert getötet wird, testen sie die angebliche Macht der Begräbnisstätte der Micmac-Indianer, und am anderen Tag steht der Hund wieder auf der Matte. 

Vergleicht man FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 mit seinem Vorgänger von 1989, müsste man ihn in der Luft zerreißen und sich fragen, warum jemand aus einem ernsthaften Vorgänger eine überdrehte, recht blutige Fortsetzung macht. Dass dieser jemand auch die Regisseurin des Erstlings ist, macht es umso sonderbarer. Betrachtet man Mary Lamberts Fortsetzung aber losgelöst, was ziemlich einfach ist, kann man durchaus Spaß mit FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 haben. 

Lamberts ursprüngliche Idee, Ellie Creed, die einzige Überlebende des Erstlings, für die Handlung zu nutzen, wurde ihr untersagt, was auch für alle anderen Figuren aus FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE (1989) zutraf. Deshalb musste eine komplett neue Geschichte mit neuen Charakteren erfunden werden, in der zumindest die Geschehnisse des Vorgängers Erwähnung finden durften. Stephen King hat mit der Geschichte freilich nichts zu tun. Diesmal stammt das Drehbuch aus der Feder von Richard Outten. 

Auch wenn die Geschichte in ihren Grundzügen durchaus an den Erstling erinnert, greift Lambert andere Schwerpunkte auf. Mit Edward Furlong, der gerade seinen Auftritt in TERMINATOR 2 (1991) hatte, konnte man einen durchaus fähigen Jungdarsteller gewinnen, dem es zumindest nicht an Charisma mangelt. Als um seine tote Mutter trauernder Jeff Matthews, bleibt er zwar manchmal etwas steif, hinterlässt aber insgesamt einen guten Eindruck. Und so konzentriert sich Lambert sehr auf ihn und seinen Kumpel Drew Gilbert (Jason McGuire), die sich den Part als Mobbing-Opfer an ihrer Schule teilen. Darstellerisch wird hier aber alles platt gemacht von Clancy Brown, der als lebender und untoter Sheriff Gus Gilbert für Terror sorgt. Leider macht Brown das auf so überzeichnete Art, dass für eine Ernsthaftigkeit gar kein Platz mehr ist. Lambert schlittert in FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 immer wieder in Fun-Splatter-Bereiche und liefert Gore statt einer spannenden Geschichte, die das Thema auch für eine Fortsetzung durchaus hätte hergegeben können. 

Gelungen ist das Gefühl zu erzeugen, man würde sich im Ludlow des Vorgängers befinden. Der Drehort wurde nämlich von Maine nach Georgia verlegt, was überhaupt nicht auffällt. Außerdem sind Lambert ein paar sehr atmosphärische Szenen gelungen, wie z.B. die Halloween-Party auf dem Tierfriedhof. Zudem sind die Zombie-Masken und die praktischen Gore- und Monster-Effekte richtig gut und entschädigen so mache Unzulänglichkeit auf der Handlungsebene.

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 ist weder Fisch noch Fleisch. Einerseits hat man sich an einem Teenager-Horror-Drama versucht, andererseits gibt man alles, um den Gore-Hammer kreisen zu lassen, um jede Form der Ernsthaftigkeit zu zerschmettern. Dennoch mag ich das Ergebnis, denn auf seine krude Art funktioniert der Film. 

(Bjoern Candidus)

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