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Cat People, 1942 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

KATZENMENSCHEN
(CAT PEOPLE, USA, 1942, Regie: Jacques Tourneur)

Die schöne Serbin Irena ist in die USA ausgewandert und lebt in New York City. Dort verliebt sie sich in ihren Arbeitskollegen Oliver Reed und heiratet ihn. Doch Irena hat ein Problem, denn sie glaubt, sich in eine Raubkatze zu verwandeln, wenn sie ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Reed schlägt ihr vor, Hilfe bei einem Psychiater zu suchen. Irena folgt dem Vorschlag, doch Dr. Judd hat nichts besseres zu tun, als sich in Irena zu verlieben, während sich Reed in eine andere Frau verliebt. Hin- und hergerissen von Gefühlen, verliert Irena langsam die Kontrolle über ihr Handeln. 

Jacques Tourneurs höchst elegante Mischung aus Psycho-Drama, Liebes- und Horrorfilm mit dem Anstrich des Film Noir gehört zu Recht zu den großen Klassikern der Filmgeschichte. Optisch bewegt sich Tourneur auf ganz hohem Niveau und zaubert gemeinsam mit seinem Kameramann Nicholas Musuraca
höchst beeindruckende Schwarzweißbilder mit einem starken Spiel aus Licht und Schatten. In KATZENMENSCHEN wird das Herz des Cineasten immer wieder berührt, und wenn nur (Kunst-)Schnee in der Nacht vom Himmel fällt oder sich Irena an einer Mauer entlang bewegt. 

Tourneur lässt die verwunschenen Schlösser, zerfallenen Friedhöfe und finsteren Wälder hinter sich zurück, die die Universal-Monster in den 30er-Jahren beseelten und bringt den Horror in ein urbanes Setting. KATZENMENSCHEN ist in sämtlichen Hinsichten ein moderner Film, der für 1942 viel gewagt hat und Themen wie (unterdrückte) Sexualität, psychische Erkrankungen, basierend auf zurückliegenden seelischen Verletzungen aufgreift und sie mit dem Body-Horror verknüpft. 

Eine große Stärke von KATZENMENSCHEN liegt darin, dass man auf sämtliche Verwandlungs-Szenen verzichtet und im Grunde nichts liefert, was einen Horrorfilm bis dato ausgemacht hat. Und doch hat Tourneur eine konstant unheimliche und bedrohliche Atmosphäre geschaffen, die über 80 Jahre später nicht an Wirkung verloren hat. Das liegt aber nicht nur an der Kraft der Bilder, sondern auch am Schauspiel der Darsteller. Die geheimnisvolle Irena wird von Simone Simon dargestellt, die einen unglaublichen Liebreiz mitbringt und als starker Kontrast zu den anderen, eher unterkühlten Figuren steht. 

Die packende Geschichte ist reich an Motiven, die KATZENMENSCHEN immer interessant machen und deutlich zeigen, wie visionär Tourneur auch neben der Bildgestaltung war. Zur dichten Atmosphäre trägt auch der spannende Score von Roy Webb und die tolle Geräuschkulisse bei, die durch die Raubkatzen im Zoo entsteht. Der schwarze Panther, den Irena aufsucht, um ihn zu zeichnen, ist eine weitere Augenweide des Films. 

KATZENMENSCHEN ist ein expressives, gewagtes Meisterstück eines großen Regisseurs, der viel zu leise gefeiert wird.

(Bjoern Candidus)

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Traumstadt Gazette Ausgabe 89→

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