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Cat People, 1982 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

KATZENMENSCHEN
(CAT PEOPLE, USA, 1982, Regie: Paul Schrader)

Irena reist nach New Orleans, um endlich ihren Bruder Paul kennenzulernen. Doch die beiden sind nicht nur einfach Geschwister, sondern ein Fluch schweißt sie zusammen, von dem Irena anfänglich noch nichts ahnt.

Ganz selten gefällt mir ein Remake mindestens genau so gut wie der Originalfilm. KATZENMENSCHEN ist so ein Film. Regie führte Paul Schrader, während das Drehbuch, was auf der Story von DeWitt Bodeen basiert, Alan Ormsby schrieb. 

Was dem Original fehlt, wird hier förmlich zelebriert: Farbe. Bediente sich Jacques Tourneur der Kraft der Schwarzweißbilder und zauberte eine packende Atmosphäre aus Licht und Schatten, nutzt Paul Schrader in seiner Version die Kraft der Farbe und brennt einem bereits mit der Titel-Sequenz feurige Rot- und Orangetöne auf die Netzhaut. Wo auch immer man sich hier befindet, Schrader und Kameramann John Bailey präsentieren einem wunderschöne Aufnahmen von vielen unterschiedlichen Schauplätzen, am Tag wie in der Nacht. Die Farbpalette von KATZENMENSCHEN ist eine wahre Pracht, und alles scheint aufeinander abgestimmt zu sein, ohne steif oder aufgesetzt zu wirken. Der New Orleans-Schauplatz ist sehr erfrischend und viel zu selten im Horror-Genre anzutreffen. Sehr viel mehr Aufmerksamkeit als im Originalfilm bekommt der Zoo, in dem Irena sogar einen Job bekommt. Auch wenn Tiere hinter Gittern nie ein gutes Gefühl vermitteln, hinterlassen die Raubkatzen einen mächtigen Eindruck, besonders der schwarze Panther, der in seiner menschlichen Form Irenas Bruder Paul ist. Hier liefert Schrader dann auch eine beeindruckende Szene, in der Panther-Paul einem Tierpfleger durch die Gitterstäbe den Arm abreißt. An grafischer Gewalt und Verwandlungs-Effekten wird hier einiges aufgefahren, was Tourneur fast gänzlich ausgespart hat. In Schraders Version gehört die Gewalt dazu wie die nackte Haut und dem heiklen Thema des Inzests. Was Tourneur 1942 angedeutet hat, wird von Schrader mit Pauken und Trompeten herausgeblasen, aber stets mit Stil. 

Die visuelle Kraft der Bilder ist nicht die einzige, die hier wütet und für knisternde, sexuell aufgeladene Spannung sorgt. Mit der wunderschönen Nastassja Kinski als Irena Gallier und dem enorm ausdrucksstarken Malcom McDowell als Paul Gallier hat Schrader voll ins Schwarze getroffen. Die hitzige Stimmung unter den beiden sorgt für einige sehr eindringliche Momente, die sich vollends entfalten, wenn Irena ihre wirkliche Identität herausfindet. Sehr blass bleibt hingegen John Heard als Oliver Yates, der das Herz von Irena erobern will. Es ist dann immer wieder Kinski, die die Szenen mit Heard rettet, der gegen sie wie ein ausdrucksloser Wicht wirkt. Aber welcher Mensch sollte schon gegen einen Katzenmenschen besser wirken?

Trotz seiner 80er-Jahre-Ästhetik sieht KATZENMENSCHEN nie aufgeblasen oder überladen aus, was auch an den natürlichen Schauplätzen liegt, die eine gewisse zeitlose Neutralität mitbringen. Aber Schrader driftet auch in surreale Gefilde ab, wenn er einem den geheimnisvollen Ort der Katzenmenschen zeigt, die auf ihrem Baum thronen. Die mysteriöse Schönheit, die von dem Ort ausgeht, wird ganz wundersam von Giorgio Moroders Score untermalt, dem am Ende David Bowie mit „Cat People (Putting Out Fire)“ zur Verfügung stand, um in den Abspann zu singen. 

KATZENMENSCHEN ist ein Paradebeispiel für ein Remake, was gegenüber dem Original einen großen Mehrwert hat, den Tourneur andererseits nicht nötig hatte. 

(Bjoern Candidus)

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