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Street Trash, 1987 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

STREET TRASH
(USA, 1987, Regie: J. Michael Muro)

In einer Gegend, die vor allem von Obdachlosen bewohnt wird, verkauft ein Spirituosenhändler einen Schnaps, der sich „Viper“ nennt. Doch das Gesöff ist tödlich und mischt in kurzer Zeit die verkommene Gegend auf, die von dem brutalen Bronson, dem Obdachlosenkönig, terrorisiert wird. 
Auch der obdachlose Fred hat bereits eine Flasche in seiner Tasche, doch bevor er einen Schluck nehmen kann, explodiert vor seinen Augen ein anderer Konsument.  

Wenn ein ähnlich gelagerter Film den bunten, sehr bizarren Fun-Splatter-Feuerwerken wie THE TOXIC AVENGER (1984) oder CLASS OF NUKE ‚EM HIGH (1986) aus dem Hause Troma das Wasser reichen kann, dann ist es STREET TRASH von J. Michael Muro. Gleichzeitig blickt er auch auf den Schmelzmann-Klassiker THE INCREDIBLE MELTING MAN (1977) von William Sachs und zieht seinen Einfluss bis in die Welt eines HOBO WITH A SHOTGUN (2011). 

Muro schlägt harte Töne an und präsentiert eine Welt der Obdachlosen, in der ein zerstörerisches Gebräu im Umlauf ist, was einen nach dem Konsum zügig und auf äußerst grausame Art und Weise tötet. Der Körper beginnt sich zu zersetzen, innerlich wie äußerlich, was eine schleimige Angelegenheit in sämtlichen Farben bedeutet. Der bunte Schleim blubbert und spritzt in alle Richtungen und manchmal trifft er mitten ins Gesicht. Muro versucht es dem Zuschauer so ekelhaft wie möglich zu gestalten, was durch die Effekt durchaus gut funktioniert, aber noch besser durch die vielen widerlichen Figuren. Die Krönung stellt dabei der selbsternannte Obdachlosenkönig Bronson dar, dessen „Burg“ ein Schrottplatz ist, wo er seinem Leben zwischen Sex und Gewalt nachgeht. Bronson, ein Vietnam-Veteran, der komplett den Verstand verloren hat und am liebsten seine drogenabhängige Schrottplatzschlampe zwischen den Beinen liegen hat, wird überzeugend von Vic Noto dargestellt. Aber er ist nur einer von vielen Widerlingen, die STREET TRASH bevölkern, sich gegenseitig ausrauben und an den Kragen gehen. 

Trotz der vielen bizarren Figuren, die mir irgendwann etwas auf die Nerven gegangen sind, hat Muro einen handwerklich sehr starken Film inszeniert, der sich vor allem visuell sehen lassen kann. Körperteile werden abgeschnitten, Körper explodieren oder werden anderweitig geschunden, ohne sich zurückzunehmen. Ernst nehmen kann man das Ganze freilich nicht, denn dafür besitzt STREET TRASH einen viel zu dominierenden Comic-Charakter. Hier erwartet einen ein Moloch aus menschlichem Niedergang, den Kameramann David Sperling teilweise sehr verspielt fotografiert hat. Zudem sind die Schauplätze authentisch, und gerade der Schrottplatz ist ein Augenschmaus. 

STREET TRASH ist ein brutaler, sehr kreativer Splatter-Horrorfilm, der viel Liebe für das Gerne erkennen lässt. Die räudigen Figuren sind leider manchmal etwas zu viel des Guten. 

(Bjoern Candidus)

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