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Hellraiser: Bloodline, 1996 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

HELLRAISER IV – BLOODLINE
(USA, 1996, Regie: Kevin Yagher, Joe Chappelle)

Im Jahr 2127 sucht Paul Merchant auf einer Raumstation nach einer Lösung, sich von einem alten Familienfluch zu befreien. Sein Vorfahre Philip L’Merchant hat eine Puzzlebox konstruiert, die das Tor zur Hölle öffnen kann. Ein Sonderkommando von der Erde kommt ihm dazwischen, was ihn verhaften will. Der Offizierin Rimmer erzählt er schließlich von seiner Familiengeschichte, um seinen Plan doch noch umsetzen zu können.  

HELLRAISER IV ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Studio die Ideen und Umsetzungen eines Regisseurs und eines Drehbuchautors (erneut Peter Atkins) zerstören kann. Durch zahlreiche Veränderungen und Kürzungen am Schnitt hat Kevin Yagher nach der Fertigstellung seines Materials die Produktion verlassen. Zusätzliche Aufnahmen wurden schließlich von Joe Chappelle (HALLOWEEN VI, 1995) abgedreht. Beide Regisseure werden allerdings nicht im Abspann genannt, stattdessen musste der „berühmte“ Alan Smithee herhalten. Verstehen kann ich es, denn HELLRAISER IV ist ein völlig verfahrender Film. 

Peter Atkins Vision eines chronologisch aufgebauten Films, dessen Haupthandlung in Paris des 18. Jahrhunderts angesiedelt sein sollte, wurde im Keim erstickt. Stattdessen startet der Geschichte auf einer Raumstation im 22. Jahrhundert, wo ein Nachfahre des Spielzeugmachers Philip L’Merchant einen Weg sucht, sich von dem Fluch seiner Familie zu befreien, der durch eine mysteriöse Puzzlebox herbeigeführt wurde. Das Innere der Raumstation ist schön düster gehalten, aber es dauert nicht lange, bis man eine fürchterliche CGI-Sequenz der bekannten Puzzlebox zu sehen bekommt, die ein Roboter in den Händen hält. Erst dann folgt ein Abstecher nach Paris im 18. Jahrhundert, der leider viel zu kurz geraten ist. Gerade in diesen Szenen bietet HELLRAISER IV ein paar sehr atmosphärische und blutige Szenen. In diesen Szenen nimmt das Übel seinen Lauf, das Philip L’Merchant so nicht absehen konnte. Man wohnt einer Schwarzen Messe bei, bei der es zur Geburt der Cenobiten-Prinzessin Angelique kommt, die sich im weiteren Verlauf mit Pinhead trifft. Angelique ist eine überflüssige Figur, die von Valentina Vargas verkörpert wurde. Ihr Cenobiten-Design ist dennoch hübsch anzuschauen. Doug Bradley ist erneut als Pinhead zu sehen, dessen Vorgeschichte hier nicht mehr von Interesse ist. Überhaupt gibt es keine Verbindungen zu den Vorgängern, bis auf Pinhead und die Puzzlebox. Grundsätzlich kein Problem, doch HELLRAISER IV schafft es nicht, eine packende Geschichte zu erzählen, da die Inszenierung viel zu sprunghaft ist, was in erster Linie dem Studio zu verdanken ist. 

Vom 18. springt man schließlich ins 20. Jahrhundert, wo Angelique auf Pinhead trifft und John Merchant in New York aufsucht. Der größte Teil des Film ist dort angesiedelt und verkommt in faden Dialogen und der ein oder anderen Gore-Sequenz, die mich kaum bei Laune halten konnte. Im Finale landet man wieder im 22. Jahrhundert, was sich natürlich bereits am Anfang abgezeichnet hat. Musikalisch vertritt hier Daniel Licht Christopher Young, der schon seit HELLRAISER III – HELL ON EARTH (1992) raus ist. Der Score ist soweit okay und unterstützt die wenigen atmosphärischen Szenen.

HELLRAISER IV – BLOODLINE ist ein gut gemeinter, wenn auch überflüssiger Versuch, das Hellraiser-Universum zu erklären, der in erster Linie einem Schnittdebakel zum Opfer fiel. Ein paar gelungene Szenen lassen zumindest vermuten, dass ein Director’s Cut einen besseren Film hervorbringen könnte, vor allem, wenn man auf das CGI verzichten würde. Ein Workprint ist zumindest zugänglich. 

(Bjoern Candidus)

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