HELLRAISER III – HELL ON EARTH
(USA, 1992, Regie: Anthony Hickox)
Während sich der reiche Clubbesitzer J.P. Monroe eine mysteriöse Säule mit sonderbaren Fratzen in einer New Yorker Galerie kauft, wird die TV-Fernsehjournalistin Joey Summerskill in einen Fall hineingezogen, der mit einem schwer verwundeten Mann beginnt, dem Haken mit Ketten aus dem Leib hängen. Sie lernt Terri kennen, die den Mann ins Krankenhaus brachte. Über sie bekommt Joey eine sonderbare Puzzlebox, deren Geheimnisse sie alsbald ergründet.
Schon mit der zweiten Fortsetzung des mittlerweile 11 Teile umfasenden Franchise geht es deutlich abwärts. Das kalte, morbide Setting der beiden Vorgänger, was einen in finstere Häuser, Kliniken oder in die Hölle führte, bringt einen in HELLRAISER III nach New York City. Dem deutlich moderneren Anstrich ist erst mal nichts vorzuwerfen, und Regisseur Anthony Hickox liefert ein paar durchaus atmosphärische Szenen. Die anfängliche Spannung hält nicht lange an, denn mit der Einführung von J.P. Monroe, gerät bereits der erste Stein ins Getriebe. Kevin Bernhardt verkörpert den versnobten Clubbesitzer auf fürchterlich überzogene Art, dass man ihn sich schnell in Stücke gerissen wünscht. Etwas mehr Licht bringt Terry Farrell, die als TV-Fernsehjournalistin Joey Summerskill das Geheimnis um die Puzzlebox lösen will, wovon die nervige Terri abrät, die von Paula Marshall gespielt wird. Ashley Laurence konnte leider nur für eine Gastrolle gewonnen werden, in der man sie als Kirsty Cotton auf Videoaufnahmen sieht. Doug Bradley darf sich erneut mit Nägeln im Kopf präsentieren. Was im Vorgänger bereits angeschnitten wurde, wird hier weiter ausgebaut: die Vorgeschichte von Captain Elliot Spencer, der zum Pinhead wurde, nachdem er die Puzzlebox geöffnet hat. Seine drei Cenobiten-Kollegen weichen hier neuen, die sich in Sachen Design ebenfalls nicht verstecken müssen. Leider beginnt hier in Sachen Cenobiten-Horror schon ein deutlicher Abnutzungsprozess, und vor allem Pinhead verliert bereits an Wirkung.
Auf die im Titel versprochene Hölle auf Erden darf man lange warten. Wenn sie sich dann endlich auftut, bringt sie ein Massaker in einem Club mit sich, in dem zahlreiche Gäste mit Ketten und anderen Gegenständen getötet werden. Doch egal, welchen Gore-Effekt man hier aus dem Hut zaubert, keiner erzielt die Wirkung aus seinen beiden Vorgängern.
Schraubt man die Erwartungshaltung herunter, kann einen HELLRAISER III – HELL ON EARTH durchaus unterhalten, dennoch braucht man auf die Größe von HELLRAISER und HELLBOUND – HELLRAISER II nicht hoffen.
(Bjoern Candidus)
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