SÜNDE MIT RABATT
(Deutschland, 1968, Regie: Rudolf Lubowski)
Martina arbeitet als Prostituierte in einem Puff. Als sie eines Tages auf dem Weg nach Hause ist, wird sie in einem Waldstück ermordet. Kommissar Weber nimmt sich dem Fall an, und schnell gibt es einen ersten Verdächtigen.
Wer sich gerne muffige 60er-Jahre-Nachtclubs mit Stripperinnen und Prostituierten anguckt, in denen alte weiße Männer verkehren, dann sei ihm SÜNDE MIT RABATT empfohlen. Wer aber einen spannenden Krimi im Rotlicht-Milieu sehen will, der sollte sich einen anderen Film anschauen. Es gibt zwar ein paar Morde, doch die geraten schnell in Vergessenheit, weil man ständig mit öden Szenen konfrontiert wird, in denen ohne Ende geredet oder man mit widerlichen Opas konfrontiert wird, die ihre Restgeilheit an jungen Frauen ausleben wollen. Auf Sex-Szenen hat Regisseur Rudolf Lubowski weitestgehend verzichtet. Mehr als ein paar nackte Brüste gibt es hier nicht zu sehen, dabei hätte ein bisschen Hardcore-Sex das Ganze vielleicht aufwerten können.
Frauen mit Peitschen, Morde an Prostituierten, homosexuelle und zwielichtige Typen in Nachtclubs dürften 1968 die deutschen Gemüter vielleicht provoziert haben, andererseits waren das auch keine neuen Zutaten mehr. Die Krimi-Elemente, das Rätseln nach der Identität des Mörders und die Auflösung erinnert nicht selten an das italienische Giallo-Kino. Von der Ästhetik her ist das italienische Kino hier allerdings meilenweit entfernt. Wer mir auch immer wieder in den Sinn gekommen ist: Jess Franco, der aus der dünnen Story zumindest einen visuell ansprechenderen Film gemacht hätte.
SÜNDE MIT RABATT ist ohne frage ein Sonderling, der immer dann kurz unterhaltsam wird, wenn Regisseur Rudolf Lubowski scheinbar die Kontrolle über seine Inszenierung verliert. Wenn alles wieder seinen gewohnten Gang geht, verkommt der Film in der Ödnis.
(Bjoern Candidus)
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