UNDER THE SILVER LAKE
(USA, 2018, Regie: David Robert Mitchell)
Der desillusionierte Sam lebt in einer Wohnung in L.A., die er in wenigen Tagen verlieren wird, weil er die Miete nicht mehr bezahlen kann. In der Wohnanlage, lernt er eine junge Frau kennen, die ihn auf ein Getränk einlädt. Am anderen Tag ist sie spurlos verschwunden. Für Sam beginnt eine Odyssee voller Mysterien, Verschwörungen, komischer Zwischenfälle, die ihn zu zahlreichen ominösen Personen führt. Was geht da vor in L.A.?
Erst ist gar nicht einfach, David Robert Mitchells (IT FOLLOWS, 2014) Mystery-Thriller UNDER THE SILVER LAKE zu beschreiben, denn in den knapp 140 Minuten Spielzeit wird man mit vielen Ideen und Eindrücken konfrontiert, die man erst mal selber ordnen muss. Die mysteriöse Geschichte ist sehr komplex, verschachtelt und sorgt für einige Irritationen. Dies führt allerdings auch dazu, dass Mitchell die Spannung hochhalten kann, denn nichts ist hier vorhersehbar. Hitchcock, Lynch, de Palma… hier entdeckt der Cineast an allen Ecken Verweise und Inspirationsquellen, die Mitchell auslegt. Aber er kopiert nicht billig, sondern spielt damit, formt sie um und verwirrt den Zuschauer auf angenehme Art. Dabei ist der Film visuell auf ganz hohem Niveau. Er ist fantastisch fotografiert und ausgeleuchtet, bietet wunderschöne und abwechslungsreiche Sets, serviert mal Schrecken, mal Humor und schmückt sich mit surrealen Ideen und verschrobenen Figuren.
Auch das langsame Tempo weiß zu gefallen und unterstreicht den paranoiden Charakter des Films und seiner Hauptfigur Sam, der glänzend von Andrew Garfield gespielt. Garfield hat mich hier wirklich überzeugt, vor allem weil sein Charakter immer wieder überrascht. Dazu liefert Disasterpeace einen stimmigen Score der allerdings etwas dezenter ausgefallen ist als der zu IT FOLLOWS.
Eine Spur Neo-Noir, ganz viel Mystery-Thriller und ein Hauch Schwarze Komödie bietet UNDER THE SILVER LAKE. Ein großes Geschenk für Filmliebhaber.
(Bjoern Candidus)
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