THE RAID 2
(SERBUAN MAUT 2, Indonesien, USA, 2017, Regie: Gareth Evans)
Regisseur Gareth Evans bleibt dem Höher-schneller-weiter-Prinzip der Fortsetzung treu und legt mit THE RAID 2 ordentlich nach. Dabei kopiert er THE RAID (2011) nicht, sondern bietet durchaus Dinge, die sein Vorgänger eher vermissen lässt, z.B. mehr Story und mehr Abwechslung was die Schauplätze angeht. Hielt man sich im Vorgänger nur in einem Hochhaus auf, geht es hier in die Stadt, wo Straßenkämpfe, Autoverfolgungsjagden und höchst gewalttätige Massaker in sämtlichen Etablissements auf den Zuschauer warten. Nicht, dass man es hier mit einer komplexen Handlung zu tun hat, dennoch lässt Evans der Geschichte mehr Freiraum, serviert viele Figuren, die sogar eine gewisse Tiefe mitbringen, wenn auch nur im Rahmen üblicher Gangster-Klischeefiguren, mit denen es Rama (erneut Iko Uwais) zu tun bekommt, der sich diesmal als Undercover-Cop bei der Mafia einschleusen lässt. Man darf sich auf einige garstige Gegenspieler freuen, die teilweise einen gewissen Comiccharakter besitzen und durchaus Unterhaltungswert mitbringen. Gegenüber dem nicht gerade zimperlichen ersten Teil setzt Evans gleich noch die doppelte Portion Gewalt oben drauf. Leider wirkt diese oft zu aufgesetzt und lieblos inszeniert und verliert so an Wirkung. Zudem gibt es hier einfach viel zu viele Massenschlachten, die mich schnell gelangweilt haben.
Auch wenn THE RAID 2 mehr Abwechslung und Ausgleich zwischen Action und Story liefert, gut fotografiert und geschnitten wurde, konnte mich dieser 150 Minuten lange Actionfilm nur wenig beeindrucken.
(Bjoern Candidus)
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