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Dracula, 1979 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DRACULA
(USA, GB, 1979, Regie: John Badham)

Fast jede Generation bekommt ihren eigenen Dracula, und in den 70er-Jahren gab es gleich einen ganzen Haufen. Den wohl letzten Auftritt des Jahrzehnts sollte Frank Langella in John Badhams DRACULA haben. Dass der Stoff auf Bram Stokers Roman aus dem Jahre 1897 basiert, dürfte klar sein, jedoch orientierte sich Badham mehr an dem Bühnenstück von Hamilton Deane und John L. Balderston, auf dem auch Tod Brownings DRACULA (1931) basiert. 

Was als erstes auffällt, ist das Weglassen des Besuches von Jonathan Harker auf Draculas Schloss. Badhams Version startet mit der Fahrt der Demeter, auf der sich Dracula als Wolf transformiert und die Besatzung tötet. Das spart Zeit und Geld, und ich habe den Part nicht vermisst, weil es ihn zu diesem Zeitpunkt bereits oft genug gegeben hat. Die Finsternis von Transylvanien errichtet Bedham in England, wo es regnet, Gewitter aufziehen und der Nebel durch die Wälder wabert. Von der ersten bis zur letzten Minute liegt hier eine düstere, unheilvolle Atmosphäre über den Bildern, die von Gilbert Taylor meisterlich fotografiert wurden. Visuell ist DRACULA eine absolute Augenweide. Alles wurde fein aufeinander abgestimmt, zusammen mit dem eleganten Score von John Williams. Der Film sieht edel aus, obwohl er stets einen morbiden Charme besitzt, und das liegt vor allem an Frank Langellas wundersamer Darstellung als Graf Dracula. Langella spielt ihn mit einer leidenschaftlichen Ruhe, die nicht nur auf die Figuren im Film eine hypnotische Wirkung hat, sondern im besten Fall auch auf den Zuschauer. Seine Gesichtszüge sind geheimnisvoll und sein ganzes Auftreten ist charmant und anziehend. Ihm Gegenüber stehen Laurence Olivier als Van Helsing, Donald Pleasence als Dr. Seward, Trevor Eve als Jonathan Harker, Tony Haygarth als Renfield und Kate Nelligan und Jan Francis als Lucy und Mina. Die Besetzung ist insgesamt sehr gut und jederzeit glaubwürdig. Neben Langella sind es aber vor allem Olivier und Pleasence, die hier dominieren, um den Schrecken zu bekämpfen, der sich langsam ausbreitet und aus Carfax Abbey zu stammen scheint, jenem alten Gemäuer, was Jonathan Harker für Graf Dracula auserkoren hat. Die Kulisse von Carfax Abbey stellt ein weiteres Highlight dar, in dem Langella bestens aufgehoben ist. Badham liefert viel Gruselatmosphäre und ein paar garstige Momente, aber er nimmt sich auch viel Zeit für die Figuren und denkt auch an die romantischen bis erotischen Aspekte der Geschichte. 

Auch wenn es über viele Jahre verteilt ein paar Anläufe bauchte, ist für mich Badhams DRACULA mittlerweile sehr weit oben angesiedelt und funktioniert für mich am besten in der Cinema Edition, die den Film mit den Originalfarben darstellt wie einst im Kino. 

(Bjoern Candidus)

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