AGENTEN STERBEN EINSAM
(WHERE EAGLES DARE, USA, GB, 1968, Regie: Brian G. Hutton)
Fünf Agenten springen mit ihren Fallschirmen über den Alpen ab, um ihre Mission anzutreten, die daraus besteht, einen gefangenen amerikanischen Offizier aus den Händen der Nazis zu befreien. Diese haben sich in einer Festung stationiert, wo sie das Wissen des Offiziers über die bevorstehende Invasion der Alliierten herausbekommen wollen.
Manchmal reicht es einfach aus, wenn man Richard Burton und Clint Eastwood als Agenten in den Schnee schickt. Da braucht es keine große Story, sondern nur Spannung, Action und Atmosphäre, und genau das liefert AGENTEN STERBEN EINSAM.
Regie führte hier Brian G. Hutton (DIE NACHT DER TAUSEND AUGEN, 1973), der ein Drehbuch des Autors Alistair MacLean zur Vorlage hatte. Was mich von der ersten Minute enorm beeindruckte ist die düstere Atmosphäre, die sich durch den gesamten Film zieht. Man startet im Dunkeln und endet im Morgengrauen und in der Zwischenzeit wird man Zeuge einer spannenden Mission von fünf Agenten (vier britische und ein amerikanischer), die sich durch ein riesiges von Nazis besetzten Schloss kämpfen. Das Schloss Adler, wie es im Film heißt, ist in Wirklichkeit die Festung Hohenwerfen in Österreich, wo AGENTEN STERBEN EINSAM an unterschiedlichen Orten gedreht wurde. Hier warten Berge, Schnee, Tannen und ein Dorf voller Nazis auf einen, und im Hintergrund, hoch oben Schloss Adler, was nur über eine Seilbahn zugänglich ist. Die Fahrt auf das finstere Schloss in der Dunkelheit versetzt einen kurz in die Welt des Gothic-Horrors, die schnell abgelöst wird, wenn die Gondel ihr Ziel erreicht hat und sich die Agenten für ihre Mission absetzen können. Das Alpen-Setting, was nebenbei immer wieder zu sehen ist, ist unglaublich vereinnahmend und bekommt durch die Anwesenheit der Nazis eine zusätzlich beklemmende Wirkung. Alles ist kalt, wie die Seelen derer, die sich in ihren Uniformen verstecken. In einer dieser versteckt sich auch Ferdy „Graf Krolok“ Mayne als General Rosemeyer, in einer anderen Anton Diffring als SS-Standartenführer Kramer. Als Agentin „Heidi“ darf sich die wunderbare Ingrid Pitt präsentieren.
Hutton nimmt sich viel Zeit mit seiner Geschichte, und wenn es einen Kritikpunkt gibt, dann ist es die Spielzeit von 158 Minuten. In der ersten Hälfte gibt es die ein oder andere Länge, die aber durch die sehr spannende und actionreiche zweite wieder ausgeglichen wird. Dann jagt ein Highlight das nächste, und während Clint Eastwood als schweigsamer Lt. Schaffer vor allem Sprengfallen anbringt, ist Richard Burton als Major Jonathan Smith der Mann des Wortes, der gut abliefert, was danach in seiner Karriere nicht mehr allzu häufig der Fall sein sollte.
Die Inszenierung besticht durch ihre tolle Fotografie, einigen sehr spannenden Momenten (z.B. der Seilbahn-Kampf) und feurigen Action-Szenen, in denen einiges in die Luft gesprengt wird. Durch das düstere Ambiente kommen die Feuerbälle besonders gut zur Geltung, wenn sie die Nazis in den Tod reißen.
AGENTEN STERBEN EINSAM ist ein packender, gut besetzter Agenten-Thriller im Gewand eines Kriegsfilms, der mir lediglich ein bisschen zu lang war.
(Bjoern Candidus)
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