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The Witches, 1966 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DER TEUFEL TANZT UM MITTERNACHT
(THE WITCHES, GB, 1966, Regie: Cyril Frankel)

Nach einem erschreckenden Erlebnis in Afrika, reist die Lehrerin Gwen Mayfield zurück nach England, um dort an einer Schule in einem kleinen Dorf zu unterrichten. Doch dort scheint etwas unter der Oberfläche zu wüten, was Gwen an ihre Grenzen bringt und an ihren Vorfall in Afrika erinnert. Ist die Freundlichkeit der Dorfbewohner nur eine Fassade?

Fernab des viktorianischen Englands bewegen sich die Hammer-Studios mit DER TEUFEL TANZT UM MITTERNACHT in die damalige Gegenwart, wo eine Lehrerin auf einem beschaulichen Dorf auf dem Land in das Netz eines Kultes gerät. Regie führte Cyril Frankel (VERTRAUE KEINEM FREMDEN, 1960), der Norah Lofts Roman „The Devil’s Own“ zur Vorlage hatte und mit seiner Okkult- / Folk-Horror-Thematik neue Wege für das Studio eröffnete. Der ganze Film ist erfrischend anders, auch wenn man in den Sets den Geist des Studios immer noch ausmachen kann. Schon mit der in Afrika (Studioaufnahmen) angesiedelten Pre-Titel-Sequenz hat mich der Film gepackt. 

Statt plakativen Horror-Szenen, brodelt es in DER TEUFEL TANZT UM MITTERNACHT unter der Oberfläche. Genau genommen gibt es hier keinen Horror, jedenfalls nicht im übersinnlichen Sinne. Oder vielleicht doch? Frankel bewegt sich eher im Rahmen eines Sekten-Thrillers, aber bedient sich dennoch immer wieder auch Horrorfilm-Elementen. Auch die Besetzung ist ungewöhnlich. Die Hitchcock-Muse Joan Fontaine ist für Hammer untypisch, doch ihr Schauspiel hat mir gefallen. Sie wirkt deplatziert, was wunderbar zur Figur der Gwen Mayfield passt. Insgesamt muss auf man auf hammerbekannte Gesichter verzichten, aber dafür bekommt man ordentlich Ersatz. An giftigen Damen mangelt es jedenfalls nicht, und die dominieren den Film, was zusätzlich recht ungewöhnlich für das Studio ist. All diese Umstände tun dem Film gut und heben ihn deutlich von anderen Produktionen der britischen Filmschmiede ab. Rein visuell darf man sich hingegen wie zu Hause fühlen. Cyril Frankel geht es sehr ruhig an. Das Dorf-Setting und die daraus resultierende Atmosphäre ist sehr gut inszeniert. Die farbenfrohen Bilder der Natur und die scheinbar friedliche Dorfgemeinschaft lässt einen anfänglich nichts Böses ahnen, doch dann zeigen sich erste Schatten, die auf Gwen niederfallen und im weiteren Verlauf für ein paar verstörenden Momente sorgen.   

DER TEUFEL TANZT UM MITTERNACHT ist ein spannender Okkult-Sekten-Thriller mit einer atmosphärischen Landkulisse und einer sehenswerten Besetzung. Freunde von Okkult- und Folk-Horrorfilmen sollten hier mal reingucken, da der Film auch deshalb interessant ist, weil er Themen und Mechanismen eröffnet, die später in Filmen wie ROSEMARY’S BABY (1968) und THE WICKER MAN (1973) etabliert wurden.

(Bjoern Candidus)

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