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Kids, 1995 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

KIDS
(USA, 1995, Regie: Larry Clark)

Telly (Leo Fitzpatrick) und Casper (Justin Pierce) sind zwei Jugendliche, die nur Sex und Drogen im Kopf haben. Besonders Telly ist dauergeil und liebt es Mädchen zu entjungfern, besonders wenn sie jünger sind als er. Seine Trefferquote ist hoch, und auch mit Jennie (Chloë Sevigny) hat er bereits geschlafen. Als Jennie einen Bluttest macht, um sich auf ansteckende Krankheiten zu checken, wird ihr mitgeteilt, dass sie sich mit HIV infiziert hat. Da sie nur mit Telly Sex hatte, muss er der Überträger sein. Sie startet die Suche nach ihm, doch Telly ist bereits mit dem nächsten Mädchen im Bett. 

KIDS ist anstrengend. KIDS nervt sogar regelrecht. KIDS ist aber auch ein sehr authentisches Zeitdokument der Jugendkultur der 90er-Jahre, und Larry Clark hat sie einem näher gebracht als einem vielleicht lieb ist. 

Ich habe KIDS das erste Mal in der Schule gesehen, da wir uns einen Film wünschen durften. Einer dieser Möchtegerncoolen hat ihn vorgeschlagen und die Lehrerin hat ziemlich unbefangen zugesagt. Genauso wenig wie ich mich mit den Möchtegerncoolen in meinem Jahrgang identifizieren konnte, konnte ich mich mit den New Yorker Ghettokids in KIDS identifizieren. Dafür hatte ich CHRISTIANE F – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO (1981), den ich vorgeschlagen habe und den wir auch in der Klasse geguckt haben. Doch kiffende, dauergeile Hip-Hop-Kids entsprachen Mitte der 90er-Jahre mehr dem Zeitgeist der Jugend als David Bowie hörende Heroin abhängige Kids, die ihren Körper am Bahnhof Zoo verkaufen. Das tun sie zwar bis heute, aber die Musik hat sich geändert. Mit KIDS hatte ich nur wenig Berührungspunkte. Zu dieser Zeit habe ich weder gekifft, noch hatte ich Sex, und Hip-Hop höre ich bis heute nicht. KIDS hat damals nichts in mir ausgelöst. Ich wurde nicht angezogen von dem dümmlichen Verhalten der Kids im Film, die ihre Zeit mit Drogen, Sex, Skaten und dummen Sprüchen verbringen. Möglicherweise wäre das etwas anders verlaufen, hätten sich die beiden Protagonisten Telly und Casper nicht permanent wie zwei gehirnamputierten Arschlöcher verhalten, die nicht mal vor Vergewaltigung zurückschrecken. Dass dabei auch noch der HI-Virus im Raum steht, den Telly unwissend verbreitet, ist ein weiteres Element, was als Warnung zu verstehen ist. 

KIDS zieht seine Wirkung in erster Linie aus Clarks dokumentarischer Sicht und aus den Darstellern, die allesamt keine Schauspieler waren und dadurch absolut authentisch wirken. KIDS ist mehr Warhol Factory als Hollywood, und Larry Clark ist in den 90er-Jahren genau der richtige gewesen, um die Realität ein Stückweit zurück ins Kino zu bringen, was in den 60er- und 70er-Jahren viel häufiger der Fall war. Provokationen sorgen für Auseinandersetzungen und Diskussionen, und KIDS bietet genau das. Einen moralischen Zeigefinger braucht man hier gar nicht suchen, da darf man dann den eigenen nehmen. 

(Bjoern Candidus)

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Heavy Metal, 1981 – ★★★½→

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