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Killer Tongue, 1996 – ★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

KILLER TONGUE
(LA LENGUA ASESINA, GB, Spanien, 1996, Regie: Alberto Sciamma)

Candy, die Freundin eines Gangsters, der gerade eine Bank überfallen hat, kann entkommen, während Johnny verhaftet wird. Auf ihrer Flucht durch die Wüste findet sie Unterschlupf und lebt dort getarnt als Nonne. Vier Jahre später meldet sich Johnny, der auf Bewährung freigelassen werden soll. Doch nicht nur Johnny meldet sich bei Candy, sondern auch eine außerirdische Lebensform, die in ihr einen Wirtskörper gefunden hat und sich als Zunge bemerkbar macht.

Nachdem Peter Jackson mit BRAINDEAD (1992) das Zombie-Thema (fürs erste) auserzählt hatte, traten Robert Rodriguez und Quentin Tarantino auf den Plan und feuerten mit FROM DUSK TILL DAWN (1996) einen coolen Gangster-Vampirfilm-Hybrid in die Welt, der damalige Regisseure zu ähnlichen Filmen animierte. Coole Sprüche, Action und Gewalt waren angesagt, und Regisseur Alberto Sciamma hat sich daran versucht und den Fehler gemacht, in KILLER TONGUE auch noch Humor zu streuen, den er aus der untersten Schublade gezogen hat. 

Konnte mich KILLER TONGUE anfänglich noch mit der Tatsache erfreuen, dass er in Almeriá gedreht wurde, wo ein Großteil der Italowestern entstanden sind, wird das Wissen sofort getrübt von dem Flachwitz, der hier fast ungebremst auf einen zusteuert. Das ganze Konglomerat aus Gangstern, Nonnen, Klischee-Homosexuellen und anderen überzogenen Figuren, einschließlich Robert Englund als Aufseher-Cop, ist derart nervig, dass ich abgeschaltet und am nächsten Tag weiter geguckt habe. Die Story um eine außerirdische Lebensform, die per Meteorit auf die Erde kommt und sich als meterlange Zunge präsentiert, die aus dem Mund von Candy (Melinda Clarke) wächst, ist an sich ganz nett. Auch die praktischen Zungen-Effekte liefern ein paar ansehnliche Kills. 

Rein visuell kann kann ich Sciammas Inszenierung gar nicht viel vorwerfen. Die Wüste von Almeriá baut eine schöne Atmosphäre auf, die Ausstattung ist ordentlich und auch seitens der Kamera fällt nichts negativ auf. Es ist in erster Linie der dümmliche Humor, der in KILLER TONGUE alles befleckt und jeden Ansatz von guter Unterhaltung im Keim erstickt. 

(Bjoern Candidus)

←The Devil’s Honey, 1986 – ★★½
110. Paganini Horror (1988)→

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