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Zombie Lake, 1981 – ★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SUMPF DER LEBENDEN TOTEN
(LE LAC DES MORTES VIVANTS, Frankreich, Spanien, 1981, Regie: Jean Rollin)

Während des 2. Weltkriegs lernt ein Soldat der Wehrmach in Frankreich eine Frau kennen, in die er sich verliebt. Nachdem er mit ihr Sex hatte und verspricht wiederzukommen, wird er und seine Kammeraden von französischen Soldaten erschossen. Ihre Leichen werden in dem nahegelegenen See ertränkt. Zwölf Jahre später geht eine junge Frau in dem See baden und opfert sich unwissentlich einer Gottheit namens Zortuba (oder so) und erweckt damit die getöteten Soldaten aus ihrem Wassergrab, damit sie Rache nehmen können. 

Ursprünglich war angedacht, dass bei SUMPF DER LEBENDEN TOTEN
Jess Franco Regie führen sollte, doch der hat kurzfristig aus mangelndem Budget abgesagt und so ging der Auftrag von der französischen Filmklitsche Eurociné an Jean Rollin. Rollin hat wiederum nur aus reiner Gefälligkeit zugesagt und versucht, das Beste aus dem Projekt herauszuholen. Mission gescheitert! 

Unter den vielen B- und C-Filmen ist SUMPF DER LEBENDEN TOTEN schon ein besonderer Kandidat. Auf der Habenseite gibt es eine schöne Naturkulisse und ein altertümliches französisches Dorf, was zumindest hin und wieder Atmosphäre verbreitet. Auch das Sonnenlicht wurde geschickt genutzt, um dem Film eine Natürlichkeit zu verleihen, die vermutlich nur aus Budgetgründen entstanden ist. Aber das war es auch schon, was es Positives über diesen Film zu sagen gibt. Die Darsteller sind an Tölpelhaftigkeit kaum zu überbieten, und selbst Howard Vernon wirkt geistig weggetreten. Von Antonio Mayans als einäugiger Zombie will ich erst gar nicht anfangen. Aber so stümperhaft, wie die Darsteller sind, sind auch die Effekte. Der See, der auch überirdisch ein See ist, ist unter Wasser ein Pool, wie man an manchen gekachelten Stellen erkennen kann. Das Zombie-Make-up besteht aus grüner Farbe und Latexfetzen, die unterschiedliche Bereiche der Gesichter abdecken. Selbst die Zombies in IN DER GEWALT DER ZOMBIES (1980) sehen besser aus. Die Wehrmachtsuniformen sind noch das Überzeugendste. Das größte Missgeschick liegt aber auf der Handlungsebene. Der Rückblick erzählt von einem Ereignis im 2. Weltkrieg, die Rückkehr der Zombies ist aber zwölf Jahre später. Inhaltlich müsste man sich hier also in den 50er oder 60er-Jahren befinden, doch alles spricht für die 80er-Jahre, besonders der VW-Bus mit den Mädels, die als Frischfleisch für die Nazi-Zombies dienen. Weitere Missgeschicke verdeutlichen, dass Franco sein Skript nicht beendet hat und Rollin keine Zeit mehr hatte, den inhaltlichen Karren aus dem Dreck zu ziehen, zumal das Budget ohnehin nicht ausgereicht hätte, die ursprüngliche Vision des Films umzusetzen, wie auch immer die ausgesehen hätte. 

Statt Spannung bekommt man quälend lange Szenen mit einschläfernden Figuren und einem fürchterlichen Score von Daniel White, der mal schwermütige Klimpertöne abgibt oder sonderbar verzerrt klingt und mit einer absurden Stimme unterlegt ist, die irgendwas von Opferung faselt. Ein bisschen Blut fließt, und die Mädels dürfen sich oben frei präsentieren, aber sonst wird nichts geboten, was zum SUMPF DER LEBENDEN TOTEN einlädt. 

(Bjoern Candidus)

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