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The Nude Vampire, 1970 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DIE NACKTEN VAMPIRE
(LA VAMPIRE NUE, Frankreich, 1970, Regie: Jean Rollin)

Pierre kommt hinter das finstere Geheimnis seines Vaters, der mit einigen anderen Herrschaften eine Frau im Keller gefangen hält. Die Frau scheint ein Gen zu besitzen, was möglicherweise der Schlüssel für die Unsterblichkeit bedeutet, denn ihre Zellen erneuern sich rasch. Gemeinsam mit einem Freund möchte er die Frau befreien und sich gegen seinen Vater stellen. Doch nicht nur die Menschen sind an der Frau interessiert, sondern auch ein geheimnisvoller Fremder.

In DIE NACKTEN VAMPIRE greift Rollin gleich mehrere bekannte Motive auf die er zu einem surrealen Horrorfilm kombiniert. Oberflächlich betrachtet und im Auge einiger Herrschaften in der Geschichte, handelt es sich um Vampire, doch die Wesen, die hier auftauchen, stammen aus einer anderen Welt. Dass sie unverletzbar sind, macht sie für die Lebenden interessant, da sie der mögliche Schlüssel für die Unsterblichkeit sind. An einem dieser Wesen ist Georges Radamante und seine Geheimhesellschaft interessiert, was Motive des Okkultismus und des Mad Scientist auf dem Plan rufen. Und da man sich im Kino von Jean Rollin befindet, ist auch die Liebe nicht weit. Auch wenn man die geheimnisvolle Dimension, aus der die Besucher stammen, erst im Finale betritt, liegt hier von Anfang an der Schleier des Mysteriösen über den Bildern. Mit seinem Vorgänger DIE VERGEWALTIGUNG DES VAMPIRS (1969) und diesem hier eröffnet Rollin seinen Zyklus um Vampire, Geisterwesen und andere Gestalten aus einer magischen Welt, in denen oft Standuhren als Portale dienen, die zum Meer führen. Das Schloss-Setting, die bizarren Kostüme und Masken sind weitere Elemente, die in seinem späteren Werk immer wieder auftauchen. Wie in einer Märchenwelt bewegt sich Pierre (Olivier Rollin) durch den Film, um die geheimnisvolle Schönheit aus den Fängen seines Vaters zu befreien. Mysteriöse Gestalten mit Tiermasken stellen sich ihm in den Weg, während ein bizarres Zwillingsschwesterpärchen mit extravaganten BHs als Bedienstete der Geheimgesellschaft arbeiten. 

DIE NACKTEN VAMPIRE ist Rollins erster Horrorfilm in Farbe und diese nutzt er hier auf eindrücklich Art. Jedes Bild ist ein kleines Kunstwerk, und da verzeihe ich gerne das nicht immer gelungene Schauspiel der Darsteller. Gesprochen wird hier ohnehin lange Zeit nur wenig, und die Stärken liegen in anderen Bereichen. Erst im letzten Drittel bekommt man ein paar Erklärungen, die doch mehr Fragen aufwerfen, um das Mysterium nicht zu entmystifizieren. 

DIE NACKTEN VAMPIRE ist eine wunderschöne, surreale Reise in die einzigartige Welt von Jean Rollin. 

(Bjoern Candidus)

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Squirm, 1976 – ★★★½→

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