SQUIRM – INVASION DER BESTIEN
(SQUIRM, USA, 1976, Regie: Jeff Lieberman)
Ein kleines Nest in Georgia wird nach einem Gewittersturm von Würmern angegriffen, die sich durch die Blitzeinschläge aus dem Boden an die Erdoberfläche gebuddelt haben, um Menschenfleisch zu fressen. Mick, angereist aus New York, macht als erstes Bekanntschaft mit den Würmern, aber dem Fremden glaubt natürlich niemand.
Trotz hohem Elkelfaktor, den Würmer bei vielen auslösen, treten sie im Horrorkino meistens eher als Randerscheinung auf. Jeff Lieberman konnte diesen Umstand Abhilfe schaffen und hat mit SQUIRM – INVASION DER BESTIEN einen Wurm-Horrorfilm gezimmert, der sich sehen lassen kann.
Nach einem Einführungstext, der erklärt, dass es einen heftigen Gewittersturm über Georgie gab, der ein unheimliches Phänomen auslöste, als Blitze in den Boden schlugen, bekommt man während der Credits eine düstere Unwetter-Sequenz geliefert, bei dem man schon Ansicht auf die Würmer erhält. Die dichte Atmosphäre, die Lieberman hier bereits heraufbeschwört, zeigt sich auch im weiteren Verlauf immer wieder. Das ländliche Setting von Port Wentworth in Georgia erinnert etwas an die Umgebung des Camp Crystal Lake aus FREITAG DER 13. (1980), was mir sehr gut gefallen hat. Nachdem Unwetter setzt eine Hitzewelle ein, die dem Film einen sommerlichen Anstrich verpasst. Das kleine Nest in der Pampa ist typisch gezeichnet. Es gibt einen Dorfdeppen, der eine besonders widerliche Szene spendiert bekommt, einen der ekelhaftesten Sheriffs, die mir begegnet sind und eine psychisch kranke Mutter, die mit ihren Töchtern auf einer Farm lebt. Diese haben beide ebenfalls leicht einen an der Waffel und stellen neben Mick die Hauptfiguren in SQUIRM dar. Die eigentlichen Stars sind natürlich die Würmer, abertausende Würmer, die man herangekarrt und unter Strom gesetzt hat, damit sie sich entsprechen fortbewegen. Diese Würmer gehen im wahrsten Sinne unter die Haut, und SFX-Legende Rick Baker durfte sich hier bereits austoben und hat einige äußerst eklige Effekte kreiert.
SQUIRM hat aber auch kleinere Probleme, denn es vergeht oft viel Zeit, in der sich besonders die ausladenden Figuren entfalten, die den Raum mit ihrer schlechten Laune füllen. Ich halte es Lieberman aber zugute, dass er überhaupt mit Charakterzeichnungen gearbeitet hat. Bis die Würmer mal so richtig in Fahrt geraten, dauert es, aber zumindest liefert Lieberman immer wieder spannende Momente, die durch den unheimlichen Score von Robert Prince unterstrichen werden.
SQUIRM ist ein schön fotografierter Tier-Horrorfilm mit einer bedrückenden Atmosphäre und einem hohem Ekelfaktor.
(Bjoern Candidus)
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