DER GORILLA
(VAI GORILLA, Italien, 1975, Regie: Tonino Valerii)
Marco Satori ist ein „Gorilla“, der Bodyguard eines reichen Bauunternehmers, der erpresst wird. Aus Angst, seiner Frau und seiner Tochter könnte etwas zustoßen, denn so lautet es in den Drohungen, sollte er nicht bezahlen, beauftragt er Marco die beiden zu bewachen. Mit Hilfe der Polizei verfolgt Marco einen Plan, der Bande das Handwerk zulegen. Doch die Sache ufert aus…
Tonino Valerii (MEIN NAME IST NOBODY, 1973) lässt Terence Hill sitzen und schickt den smarten Fabio Testi ist einen packenden Erpressungs-Thriller, dem man vor allem handwerklich nichts vorwerfen kann. Die Fotografie von Mario Vulpiani ist hervorragend. Es gibt viele sehr atmosphärische Nachtaufnahmen, viele unterschiedliche Sets und einige richtig starke Action-Szenen. Besonders spannend und sehr gut inszeniert ist eine Szene in einem Fahrstuhl ohne Boden, in dem Testis Figur Marco Satori um sein Leben kämpft. Sehr wild ist auch eine Verfolgungsjagd zwischen Polizeiautos und einem Zug. Valerii dosiert den Action-Anteil in der ersten Hälfte und setzt mehr auf die Figuren und zieht die Spannungsschraube ab der Mitte bis zum rasanten Ende deutlich an. Aber nicht nur die tolle Fotografie, die stark inszenierten Action-Szenen und die gut erzählte Story, sondern auch die Figuren machen Spaß, und da gibt es gleich einen ganzen Haufen von guten Bekannten. Neben dem bereits erwähnten Fabio Testi, der hier richtig auffährt, ist auch Renzo Palmer als Erpresster dabei, ebenso Al Lettieri, Antonio Marsina mit dem bösen Blick, der immer fies blickende Luciano Catenacci und Ernesto Colli. An Italofilmfressen mangelt es also nicht.
Gute Typen, schlechte Typen, wilde Action und garstige Morde vor atmosphärischen Sets sind die Zutaten von DER GORILLA. In diesem Poliziottesco gibt es nichts zu meckern.
(Bjoern Candidus)
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