MISSING IN ACTION
(USA, 1984, Regie: Joseph Zito)
Colonel James Braddock, die Ein-Mann-Armee, die sich vor zehn Jahren aus einem Gefangenenlager in Vietnam befreien konnte, schreitet zur Tat. Im Alleingang, seinen Freund und Boot-Chauffeur Jack Tucker (M. Emmett Walsh) mal ausgeklammert, schießt er sich durch den Dschungel von Vietnam, um seine gefangenen Kammeraden zu befreien.
Joseph Zito (FREITAG DER 13. – DAS LETZTE KAPITEL, 1984) hat bei dieser Cannon-Produktion Regie geführt und damit Chuck Norris zu einem der größten Action-Stars der 80er-Jahre werden lassen. Norris war natürlich kein Unbekannter, aber mit Cannon-Films in besten Händen, um fortan noch höher zu steigen. Die Rechnung ging auf, es folgten weitere erfolgreiche Actionfilme aus dem Hause Menahem und Yoram Globus.
Aber nun zu diesem Film hier, der bereits in den ersten Momenten die „Grüne Hölle“ von Vietnam zeigt und damit eine dichte Atmosphäre erzeugt. Auch in den folgenden Szenen setzt man auf das Ambiente, wenn es in die Kneipen- und Vergnügungsviertel geht. Kameramann João Ferandes (DIE FORKE DES TODES, 1981 / KINDER DES ZORNS, 1984) hat gute Arbeitet geleistet. Besonders die Fluss- und Dschungel-Aufnahmen haben mich überzeugt. Aber nicht nur die Natur stimmt, sondern auch, und das ist in einem Actionfilm nicht unwichtig, die Action. Action und Gewalt gibt es reichlich, aber in einem angenehmen Maß, denn es wird auch mit Spannung und Ruhe gearbeitet. Zudem unterstreicht der Score von Jay Chattaway (STAR TREK – VOYAGER, 1995 – 2001) die Stimmung. Das Aushängeschild ist aber Chuck Norris, und der macht eine sehr gute Figur. Braddocks monotoner Gesichtsausdruck passt zur seinem ganzen Charakter, der letztlich nur eine Sprache kennt: kämpfen und töten. Dass bei diesen Filmen gerne ein reaktionärer Geist voller patriotisch bis rechter Tendenzen durchschimmert, gehört fast zum guten Ton, aber man bewegen sich schließlich im Action-Kino der 80er-Jahre, und da nimmt man die kleinen und großen Krankheiten auch schon mal hin, oder eben auch nicht.
Inhaltlich ist bei MISSING IN ACTION nicht viel zu holen, aber formal ist er ein grundsolider Actionfilm, der zu keiner Sekunde langweilt oder unnötig übertreibt, um sein Ziel, Unterhaltung zu bieten, zu erreichen.
(Bjoern Candidus)
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