Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Malatesta’s Carnival of Blood, 1973 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

MALATESTA’S CARNIVAL OF BLOOD
(USA, 1973, Regie: Christopher Speeth)

Familie Morris, bestehend aus Vater, Mutter und Tochter, möchte als Schausteller auf einer Kirmes Geld verdienen. Die Kirmes macht einen verwahrlost Eindruck und Mr. Blood, Verwalter des mysteriösen, im Hintergrund lebenden Malatesta, ist wenig vertrauenserweckend, aber Familie Morris entschließt sich, erst mal zu bleiben. Ein fataler Fehler, denn Malatestas Fahrgeschäfte dienen dazu, Menschen zu fangen oder direkt zu töten, um ihr Blut zu gewinnen.

Christopher Speeth und sein Autor Werner Liepolt haben mit MALATESTA’S CARNIVAL OF BLOOD ihren einzigen Film geschaffen, was bei dem Potenzial, was sie hier an den Tag legen, etwas schade ist.

MALATESTA’S CARNIVAL OF BLOOD verknüpft geschickt das brasilianische Horror-Kino von José Mojica Marins, die Geisterwelt von Herk Harvey, die Untoten von George A. Romero und das Terror-Kino eines Tobe Hoopers, was da erst kurz vor der Geburt stand. Die heruntergekommene Kirmes könnte ausladender nicht sein und versprüht eine Atmosphäre des Todes. Doch hinter der Kulisse sieht es ganz anders aus. Wenn man in das surreale Reich von Malatesta blickt, schlägt einem Speeth den hellen Wahnsinn um die Augen. Puppen, Masken, Tunnel aus Pappmaschee und roter Luftpolsterfolie, eine Achterbahn, die einen köpft, Spiegel und sämtliche, kaum in Worte zu fassende Objekten warten auf einen. Zudem tauchen hier zahlreiche ominöse Figuren auf, die das Geschehen noch mehr auf den Kopf stellen. Sogar Zombies sind an Bord, die sich schon an Romero orientieren. Von all dem Irrsinn, den bunten Farben, schrägen Formen und den teils harten, wenn auch simplen Gore-Effekten, wurde auch Rob Zombie beeinflusst, wie er angibt, und wenn man seinen HAUS DER 1000 LEICHEN (2003) kennt, wird man den ein oder anderen Aha-Effekt erleben. Hier taucht zum Beispiel eine Figur auf, die verdammt nach Bill Moseley als Otis aussieht. Von den Darstellern darf man freilich nicht allzu viel erwarten, aber in diesem Feuerwerk an Bildern wäre vermutlich jeder untergegangen.

Dass der Produktion kein großes Budget zur Verfügung gestanden hat, ist an allen Ecken zu sehen, aber was man hier für wenig bekommt, ist außergewöhnlich reichhaltig und vor allem bizarr. Manchmal ist es vielleicht etwas zu viel des Guten, aber bei der knappen Laufzeit von nicht mal 75 Minuten, bewegt man sich in einem gnädigen Zeitraum, der keine Langeweile aufkommen lässt.

Wer auf gradlinige Geschichten verzichten kann und sich von dem kreativen Zauber des 70er-Jahre-Grindhouse-Kinos hingezogen fühlt, ist bei MALATESTA’S CARNIVAL OF BLOOD genau richtig.

(Bjoern Candidus)

←Dr. Cyclops, 1940 – ★★★★
79. Die Nacht der lebenden Toten (1968)→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • Return of the Living Dead III, 1993 – ★★★

    11. September 2026
  • Traumstadt Gazette Ausgabe 102

    10. September 2026
  • Darkroom, 1989 – ★★

    10. September 2026
  • The Time Travelers, 1964 – ★★★

    8. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt