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Children of the Corn IV: The Gathering, 1996 – ★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

KINDER DES ZORNS 4 – MÖRDERISCHER KULT
(CHILDREN OF THE CORN 4: THE GATHERING, USA, 1996, Regie: Greg Spence)

Grace, eine Medizinstudentin möchte ihre kranke Mutter in ihrer Heimatstadt aufsuchen, um sie zu unterstützen. Nach ihrer Ankunft werden plötzlich die Kinder der kleinen Stadt krank und der mysteriöse Josiah taucht auf, der Grace Mutter June in ihren Alpträumen aufsucht. Die Kinder scheinen zu gesunden, doch entwickeln den drang, Erwachsene zu töten.  

Beim vierten Teil, der auf einer Stephen King Kurzgeschichte basierenden Filmreihe, führte Greg Spence (GOD‘S ARMY 2, 1998) die Regie und kehrt inhaltlich von Chicago zurück nach Nebraska. Wohin es genau geht, wird nicht erwähnt, jedenfalls nicht nach Gatlin. Die Story ist neu und hat keine Bezüge zu den Vorgängern, was nicht die schlechteste Idee ist, besser wird sie dadurch aber auch nicht.

Der Anfang, an dem eine ältere Dame von einem verletzten Jungen aufgesucht wird, der sich nach ihrem Hilfsangebot in ein Monster verwandelt, ist recht spannend inszeniert, verrät aber natürlich sofort die 90er-Jahre-Direct-to-Video-Ästhetik, die man hier freilich nicht mehr verlassen wird. Schlecht sieht der Film insgesamt aber nicht aus.

Dass Karen Black und Naomi Watts hier als tragende Schauspieler auftauchen, ist natürlich erst mal begrüßenswert. Black die hier bereits auf die 60 zugeht, ist immer willkommen. Ihre Ausstrahlung verheißt nichts Gutes, was perfekt ist für jeden Horrorfilm. Naomi Watts verwundert nur im Nachhinein, da ihr ihre große Karriere noch bevorstand. Sie bringt als Hauptdarstellerin durchaus eine gewisse Qualität mit in die Reihe, die in den wenigsten anderen Teilen zu spüren ist. Die meisten Darsteller sind hier durchaus solide, abgesehen von den Kinder-Darstellern, die völlig ausdruckslos sind. Der Kinder-Führer heißt diesmal Josiah, aber von dem sollte man gar nichts erwarten, da seine Auftritte auf ein Minimum reduziert wurden.

In Sachen Gore orientiert man sich an Slashern jener Tage, wie z.B. HALLOWEEN 6 (1995). Gliedmassen werden abgeschlagen, Körper werden aufgespießt und Blut spritzt reichlich. Der Gewaltgrad ist zwar recht hoch, lässt aber die kreativen Monster-SFX von KINDER DES ZORNS 3 (1995) vermissen. Es gibt ein paar durchaus atmosphärische Szenen, aber meistens werden sie durch nervigen Jump-Scare und die Tatsache zerstört, da es sich meist um Alpträume handelt. Ein Effekt, der sich nach dem zweiten Mal abgenutzt hat, aber immer wieder eingesetzt wird. Die beklemmende Stimmung von Fritz Kierschs KINDER DES ZORNS (1984), die besonders durch das Tageslicht und die endlosen Maisfelder zur Geltung kommt, wird erneut nicht erreicht. Man versucht es offensichtlich auch gar nicht. Gleiches gilt für den Score von Jonathan Elias, der einst Kierschs Film zusätzlich veredelt hat. David Williams Score unterstreicht hier zwar ganz passend die Horror-Szenen, aber von der Wirkung der unheimlichen Klänge von Elias ist er meilenweit entfernt.

KINDER DES ZORNS 4 – MÖRDERISCHER KULT ist ein sprunghaft inszenierter Horrorfilm, dessen Spannungsansätze immer wieder im Keim erstickt werden.

(Bjoern Candidus)

←Children of the Corn III: Urban Harvest, 1995 – ★★★
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