RETTET DIE BESTIEN
(THE BEAST ARE ON THE STREETS,
USA, 1978, Regie: Peter R. Hunt)
Erst wird der Fahrer eines Tanklasters von zwei Rednecks während der Fahrt mit einem Gewehr belästigt, dann wird ihm schwummerig und er rast in den Zaun eines Safariparks. Dadurch können zahlreiche Tiere wie Nashörner, Tiger, Löwen, Elefanten und Bären aus ihrer Gefangenschaft entkommen. Während die Tiere die Umgebung erkunden und für Panik unter den Menschen sorgen, hecken die Mitarbeiter des Zoos einen Plan aus, wie sie die Tiere wieder einfangen können.
Mitten im Wust der erfolgreichen Tier-Horrorfilm-Welle ab Mitte der 1970er-Jahre, entstand auch dieser TV-Film, der sich eigentlich nicht als Horrorfilm versteht und auch nicht so verstanden werden sollte. Genau dadurch hebt sich dieser Film auch ab.
Die Tiere sind hier nicht mutiert, auf Drogen oder außergewöhnlich aggressiv. Der teilweise recht ähnliche WILD BEASTS (1984) von Franco Prosperi, in dem ebenfalls gefährliche Tiere aus einem Zoo ausbrechen, geht z.B. den PCP-Weg als Erklärung für das besonders aggressive Verhalten. Hier entspricht es dem Naturell des Tieres, und das kann halt auch tödlich sein.
Peter R. Hunts Regiearbeit ist ordentlich inszeniert. Für einen TV-Film gibt es hier ausgesprochen starke Momente, besonders wenn in einem Autostau Löwen, Leoparden und Bären die Autos von panischen Menschen erkunden oder attackieren. Außerdem hat es eine starke Wirkung, wenn wilde Tiere sich in Räumen aufhalten, die definitiv von und für Menschen geschaffen wurden. Eine Löwen Mutter im OP-Saal ist dabei eins der Highlights, was zudem noch rührend endet. Es gibt durchaus spannende Szenen, und wenn Löwen einen Mann anfallen (der im wahren Leben offensichtlich Dompteur ist), kann es schon ganz schön kribbeln. Hut ab dafür! Heute wären die Raubkatzen am Rechner entstanden.
Auch wenn der Film insgesamt eher geradlinig ist, sich vor allem im Tageslicht aufhält, sieht er doch insgesamt für einen Fernsehfilm recht ansprechend aus. Eine Kino Auswertung wäre durchaus vorstellbar gewesen.
Die Story selbst gut, und die Kombination aus Katastrophen-Szenario mit ganz leichtem Tier-Horror-Einschlag und vielen schönen Tieraufnahmen, ist gelungen. Die Straussen-mit-einem-Auto-verfolgen-Szene ist zwar mehr als fragwürdig, aber das ist ja viel, was im Zusammenhang mit Tieren im Film steht.
Bei all den schönen Tieren erscheint die Besetzung fast nebensächlich. Neben den beiden Rednecks, die man am Anfang kennenlernt und im späteren Verlauf noch eine größere Rolle spielen, sind es vor allem die Mitarbeiter des Wildschutzparks (so heißt er im Film), die im Zentrum der Handlung stehen. Im Cast befinden sich Carol Lynley, Dale Robinette, Billy Green Bush und den als Detective Ricardo Tubbsbekannten Philip Michael Thomas. Die Besetzung ist durch die Banke solide, aber auch irgendwie ausdruckslos und austauschbar. Um die ganze Familie glücklich zu machen, die sich hier vor dem Fernseher versammeln sollte, um sich das Spektakel anzuschauen, hat man natürlich auch an eine kleine Liebesgeschichte gedacht.
RETTET DIE BESTIEN ist ein charmanter Tier-Thriller mit eindrucksvollen Momenten, einer spannenden Geschichte, die kurzweilig umgesetzt wurde. Die Tiere gleichen die im Vergleich ehr langweiligen menschlichen Darsteller spielend leicht aus.
(Bjoern Candidus)
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