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Strip Nude for Your Killer, 1975 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DER GEHEIMNISVOLLE KILLER
(NUDE PER L’ASSASSINO, Italien, 1975, Regie: Andrea Bianchi)

Nachdem Eveline bei einer illegalen Abtreibung stirbt, kommt es zu einer Mordserie in ihrem Freundeskreis. Die Opfer arbeiten alle für das gleiche Fotostudio, in dem möglicherweise auch der Täter zu finden ist. Während die Polizei mit der Ermittlung nicht weiterkommt, nehmen sich Magda und ihr Freund Carlo dem Fall parallel an, die schnell selbst um ihr Leben fürchten müssen. 

Wer Sex, Gewalt und gute Laune sucht, sollte sich im Kino von Andrea Bianchi umschauen. Genremäßig ist der Mann ähnlich vielseitig wie viele seiner Italo-Regie-Kollegen. In seinem Mafia-Knaller DIE RACHE DES PATEN (1974) lässt er Henry Silva durchdrehen, in MALABIMBA (1979) gibt es Sex bis zum Tod und in DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES (1981) wird die Brust von Mariangela Giordano von ihrem Film-Sohn angefressen. Der Mann weiß, was sich gehört. Mit DER GEHEIMNISVOLLE KILLER legt Bianchi einen Giallo vor, der sich an die geläufigen Zutaten hält, aber weit weniger schön daherkommt als ein Bava, Martino oder Argento. 

Die in Blau getönte (alternativ existiert auch eine Fassung ohne Filter, was noch unangenehmer aussieht) Pre-Titel-Sequenz, die eine illegale Abtreibung zeigt, bei der nicht nur das Baby getötet, sondern auch die Mutter an Herzversagen stirbt, schlägt einem erst mal in den Magen. Doch man darf beruhigt sein, denn Bianchi drosselt seine Garstigkeit und liefert erst mal eine ganze Ladung von schmierigen, sexgeilen Männern und willigen Frauen im Dunstkreis von Modefotografen und den dazugehörigen männlichen und weiblichen Models. Zudem begleitet man die Figuren ins Nachtleben, in Bars mit Striptease-Einlagen. Also bekannte Elemente im Giallo-Kino, die man 1975 schon etliche Mal durchgekaut hat. Dass die Figuren dann nach und nach aus der Handlung ausscheiden, dürfte klar sein. Hier würzt Bianchi dann mit ein paar blutigen Messermorden, die nicht besonders eindrucksvoll sind. Mehr Eindruck hinterlässt der geheimnisvolle Killer mit seinem Motorradhelm und seinem schwarzen Lederkombi. Das Outfit könnte eine direkte Reaktion auf Massimo Dallamanos ein Jahr vorher entstandenen DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER gewesen sein. Hier bekommt der Killer noch eine Art Begleitgeräusch, was klingt, als würde man ein Lineal zum schwingen bringen. Der Film ist nicht besonders schön fotografiert, was etwas verwundert, denn Franco Delli Colli stand hinter der Kamera. Also eine weitere Verbindung zu DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER, den er ebenfalls fotografiert hat. Meistens spielt die Handlung in der Nacht oder man hält sich in Wohnungen auf, wenn man nicht im Fotostudio ist, an der Bar sitzt oder im Bett liegt. Schönheit findet man hier eigentlich nur bei den Damen, angeführt von Edwige Fenech. Des weiteren tauchen hier Femi Benussi, Solvi Stubing, Nino Castelnuovo und Franco Diogene auf. Die Besetzung ist soweit okay, aber Sympathien für Figuren bleiben aus. Aber es geht schließlich ums schnelle Geld, was Bianchi verdienen wollte, nicht um Charakterstudien. Zumindest hat der Score von Berto Pisano etwas Liebreiz. 

Inhaltlich bietet DER GEHEIMNISVOLLE KILLER nichts Neues, und rein visuell kann er sich auch nicht brüsten. Dennoch bleibt ein düsterer, schmieriger Giallo übrig, der kurzweilig genug ist, um mich zu unterhalten. 

(Bjoern Candidus)

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