HUMONGOUS
(Kanada, 1982, Regie: Paul Lynch)
Am Labor Day im Jahre 1946 wird eine junge Frau von einem Fremden vergewaltigt, der daraufhin von Hunden attackiert wird. Die Frau erledigten Rest und tötet den Mann. 36 Jahre später: Vier junge Leute haben mit ihrer Yacht einen Unfall und retten sich auf eine Insel namens Dog Island. Doch statt Hunde wartet ein monströses Etwas auf der Insel.
Paul Lynch, der mich mit seinem Slasher PROM NIGHT (1980) nie so richtig überzeugen konnte, erweckte hier mehr Interesse bei mir. Obwohl der Film sehr langatmig inszeniert wurde, ist er durchweg düster und atmosphärisch. Die verlasse, reich bewaldete Insel erweckt Erinnerungen an Backwood-Filme wie RITUALS (1977) und VOR MORGENGRAUEN (1981). Nach der Vergewaltigungsszene, direkt zu Beginn des Films, die sehr hart und ausführlich inszeniert wurde, lässt sich Lynch viel Zeit, um den Gore-Freund zu bedienen. In dem Bereich sollte man allerdings nicht viel erwarten. Wenn es mal zur Sache geht, geht es recht schnell, und leider gehen die Kills etwas in der Dunkelheit der Bilder unter. Dennoch ist HUMONGOUS sehr grob, was auch zu seinem Monster passt. Der Killer ist ein degenerierter Koloss der Gattung Jason Voorhees, Madman Marz, dem Man-Eater oder Victor Crowley, der nicht bis drei zählen kann, aber stark ist.
Mit den mir unbekannten Darstellern bekommt man das übliche Kanonenfutter serviert. Aber diese Damen und Herren sind sympathischer als viele ihre Kollegen und Kolleginnen im US-Slasher. Überhaupt zeichnet sich hier mal wieder sehr gut das kanadische Horror-Kino ab, was oft etwas düsterer und gröber daherkommt.
Dass der Film letztlich mit keiner großen Innovationen aufwartet, dürfte fast klar sein, aber im Rahmen dessen, was HUMONGOUS ist, braucht er sich nicht verstecken. Ein bisschen mehr Schwung und ein Quäntchen mehr Blut und Gekröse hätte der Inszenierung allerdings gutgetan.
(Bjoern Candidus)
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