DAS GRAUEN SCHLEICHT DURCH TOKIO (BIJO TO EKITAI NINGEN, Japan, 1958, Regie: Ishirô Honda)
In Tokio verschwinden immer mehr Menschen spurlos. Doch das Merkwürdige ist, dass sie ihre Kleidung zurücklassen. Die Wissenschaftler und die Polizei stoßen auf etwas Unglaubliches: Ein flüssiges Wesen schleimt durch Tokio und löst Menschen auf um sich von ihnen zu ernähren.
GODZILLA (1954) – Regisseur Ishirô Honda setzt diesmal nicht auf eine Riesenechse, sondern nimmt sich einem Glibbermonster an, was natürlich stark an DER BLOB
erinnert, der ebenfalls im Jahr 1958 auf das Kinopublikum zu wabbelte. Nur kommt der Schrecken hier nicht aus dem All, sondern ist das Ergebnis von Atombombentests.
Klingt etwas altbacken, ist es auch, aber auch sympathischer und spritziger als viele ähnlich gelagerte US-Filme aus den 1950er-Jahren. DAS GRAUEN SCHLEICHT DURCH TOKIO lebt vor allem durch seine Atmosphäre und den Studio-Sets (die Straßen von Tokio und die Kanalisation). Außerdem ist das Monster schön anzusehen; die grünliche Glibbermasse macht was her und verbreitet ein heimeliges Gruselgefühl. Die Farbenpalette des Films ist ein weiteres Argument für Hondas Inszenierung. Auch wenn die Inszenierung manchmal ein bisschen auf der Stelle tritt und es relativ lange dauert, bis der Wackelpudding in Aktion tritt, sorgt Honda immer für Hingucker. Auch die anfängliche Krimi-Handlung um einen Drogenschmuggel wurde gut in die eigentliche Handlung eingearbeitet. Zudem machen die Darsteller alle einen ordentlichen Eindruck.
DAS GRAUEN SCHLEICHT DURCH TOKIO ist ein charmanter Monsterfilm in knalligen Farben aus den berühmten Tōhō-Studios.
(Bjoern Candidus)
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