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Dracula: Prince of Darkness, 1966 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

BLUT FÜR DRACULA
(DRACULA, PRINCE OF DAKNESS, GB, 1966, Regie: Terence Fisher)

Eine englische Reisegruppe gerät in Transsilvanien die Hände von Klove, dem Schloss-Verwalter des verstorbenen Grafen Draculas. Klove heißt die verirrte Reisegruppe erst herzlich willkommen, doch er plant mit ihrem Blut die Rückkehr seines Meisters. In der Nacht überwältigt er den Ehemann von Helen, tötet ihn und lässt mit seinem Blut Dracula wieder auferstehen. Doch wo die Mächte des Bösen schalten, sind auch die Mächte des Guten nicht weit. Der Abt Sandor steht bereit, dem Vampir zu vernichten. 

Im Gegensatz zu DRACULA UND SEINE BRÄUTE (1960), der nur im Titel auf den Grafen verweist, ist BLUT FÜR DRACULA die direkte Fortsetzung um Christopher Lee als Dracula. Zum dritten Mal saß Terence Fisher auf dem Regiestuhl, um ein weiteres Vampir-Kapitel für die Hammer-Studios zu inszenieren. 

Nach einem Rückblick auf das Ende von DRACULA (1958), in dem Van Helsing Dracula mithilfe des Sonnenlichts vernichten konnte, geht es in den gut bekannten Blackpark (Wexham, Buckinghamshire, England), wo eine Gruppe von Bauern, eine tote Frau, im Glauben sie sei von einem Vampir gebissen worden, pfählen wollen. Hier lernt man dann Abt Sandor kennen, der den Bauern klarmacht, dass sie falsch liegen und er ein christliches Begräbnis anordnet. Ein schöner Auftakt mit einem glänzenden Andrew Keir als Gotteskrieger. Ab dem Punkt wird die Inszenierung schleichend unheimlicher. Dass die Hauptattraktion, Dracula, erst ab der Hälfte seinen ersten Auftritt hat, fällt nicht groß ins Gewicht. Die unheimliche Atmosphäre, die Fisher erzeugt, steht für sich alleine und mit Klove wird der Graf gut vertreten. Philip Latham spielt den sinistren Verwalter sehr eindringlich. Auch die Schlossbauten führen wieder zurück zum Erstling von 1958. Der Kreis schließt sich ganz gut. Löblich ist auch das Aufgreifen des Renfield-Charakters, der im ersten Teil ausgelassen wurde. Hier heißt die Figur schlicht Ludwig und wurde vor zwölf Jahren vom Abt Sandor in seinem Kloster aufgenommen, nachdem er schreckliches in Carlsbad auf Schloss Dracula erlebt hat. Ludwig wird von Thorley Walters verkörpert, der leider eine sehr langweilige Performance abgibt. Mehr Profil bekommen Barbara Shelley, Suzan Farmer, Francis Matthews und Charles ‚Bud‘ Tingwell als Reisegruppe, die die schlimmste Nacht ihres Lebens erlebt. Und warum? Wegen ihm: Christopher Lee als Graf Dracula. Der sieht erst mal schön gruselig aus und verbreitet sofort schlechte Laune. Das liegt aber auch daran, dass er hier kein Wort spricht. Die Legende besagt, dass Lee der Text, den entsprechen sollte, zu dumm gewesen sei und deshalb auf diesen verzichtet hat. Wie auch immer es am Ende war, es stört überhaupt nicht, zumal er hier auch nichts zum reden hat, sondern aktiv zuschlagen kann. Man spendiert ihm sogar das aus Stokers Roman bekannte Brustblut-Vampir-Ritual. Insgesamt ist seine Spielzeit hier sehr knapp bemessen, aber wenn er sich zeigt, macht er stets einen guten Eindruck. 

Aber BLUT FÜR DRACULA hat auch ein paar Schwächen. Die Spannung lässt tatsächlich etwas nach, nachdem Dracula erweckt wurde und sich die Inszenierung in das Kloster von Abt Sandor verlagert. Auch wenn der Film insgesamt hochwertig ausschaut, ist er von den ersten drei Filmen der Reihe, der visuell schlichteste. Ihm fehlt ein stückweit das märchenhafte seiner Vorgänger. 

BLUT FÜR DRACULA startet als schleichender, atmosphärischer Gothic-Horrorfilm, dem ab der Mitte leicht die Wirkung verloren geht, aber immerhin den Prinz der Dunkelheit zurückbringt, der ziemlich griesgrämig aufgelegt ist. Für die prickelnden Klänge sorgt erneut James Bernard.

(Bjoern Candidus)

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