DER FLUCH DES BLUTIGEN SCHATZES
(SCAPLS, USA, 1983, Regie: Fred Olen Ray)
Der Archäologieprofessor Machen ist ganz wild auf einen Indianerfriedhof aus dem 19. Jahrhundert. Er schickt eine Gruppe Studenten vor, die gleich bei Ankunft in der Wüste von einem Indigenen davor gewarnt werden, die Gegend umzugraben. Doch trotz aller Warnungen begeben sich die Studenten in das alte Indianerland, was sie bald bitter bereuen werden.
Fred Olen Rays (HOLLYWOOD CHAINSAW HOOKERS, 1988) dritter Film ist ein billiger Rachegeister-Horrorfilm, in dem sechs Studenten in einer kargen, sonnendurchstrahlten Einöde unterwegs sind, was durchaus eine gewisse Spannung mitbringt.
Gedreht wurde in Agua Dulce in Kalifornien, einem Gebiet, was früher von Tataviam-Indianern bewohnt wurde. Der auf 16mm gedrehte Film hat einen groben Look, der vor allem auch durch die Landschaft immer wieder an THE HILLS HAVE EYES (1977) erinnert. Der hypnotische Score von Drew Neumann und Eric Rasmussen erinnerte mich hingegen an den der Gebrüder De Angelis zu ALIEN – DIE SAAT DES GRAUENS KEHRT ZURÜCK (1980).
Die Darsteller sind natürlich alles andere als gut, aber weitaus besser, als man sie in vielen ähnlich gelagerten Produktionen bekommt. Oder sagen wir so: sie nerven nicht. Bekannt war mir hier niemand, bis auf Forrest J. Ackerman, der eine kleine Gastrolle hat. Am gelungensten ist der Film immer dann, wenn er durch Geräusche, dem Score und der Landschaft für Spannung und Atmosphäre sorgt. Nachdem gleich zu Beginn jemandem der Kopf abgerissen wird, dauert es recht lange, bis es mit Horror-Szenen weitergeht. Währenddessen muss man sich gut 45 Minuten mit einem Wesen mit Löwenkopf und griesgrämigen Indianermonsterköpfen, die immer wieder eingeblendet werden, zufriedengeben. Das sind natürlich die Indianer, die einst in der Gegend getötet wurden, bevor sie eins wurden mit dem Land. Diese werden immer wieder wütend, wenn man sie stört, indem man ihr Land betritt, um es umzugraben. Die Effekte und Masken sehen sehr billig aus, aber man ist ja auch im Kino von Fred Olen Ray, und da muss man in Sachen Qualität Abstriche machen. Kommt es dann mal zur Gewalt, gibt es gleich eine Vergewaltigung, der ein Kehlenschnitt und dem Skalpieren der Frau folgt. Die zweite Filmhälfte gleicht die erste in Sachen Gore-Szenen zumindest wieder aus.
DER FLUCH DES BLUTIGEN SCHATZES ist ein billiger, manchmal zu lahmer Horrorfilm, der sich aber durch sein Setting und durch das seltene Thema des Indigenen-Horrors aus dem Sumpf der B-Filme ein klein wenig abhebt.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar