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Island of the Fishmen, 1979 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

INSEL DER NEUEN MONSTER
(L‘ISOLA DEGLI UOMINI PESCE, Italien, 1979, Regie: Sergio Martino) 

Ein Schiffsunglück zwingt Lt. Claude de Ross in ein Rettungsboot in Begleitung einiger Straftäter, die auf dem Schiff transportiert wurden. Sie treiben auf dem Meer herum und finden Zuflucht auf einer Insel, die anfänglich unbewohnt scheint. Doch die Insel ist alles andere als unbewohnt. Edmond Rackham herrscht über das Inselparadies, auf dem der Biologe Professor Marvin für ihn Fischmenschen gezüchtet hat, die ihm Reichtum bringen, denn nebenbei hat er die versunkene Stadt Atlantis entdeckt.

Sergio Martinos Abenteuer-Monsterfilm INSEL DER NEUEN MONSTER ist ein schönes Relikt aus der Zeit des italienischen Kannibalenfilms. Auf Kannibalen wird hier verzichtet, die hat der Italiener bereits ein Jahr vorher mit DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN geliefert. Abenteuerlich sind hingegen beide Filme. Den Grausamkeiten des Kannibalenfilms verschließt sich Martino hier weitestgehend und versucht sich eher an H.G. Wells, Jules Verne, W.H. Hodgson und H.P. Lovecraft zu orientieren. Die Mischung ist ziemlich bekömmlich. 

Martino ist ein guter Handwerker und hat in sämtlichen Genre-Bereichen Qualität abgeliefert, und hier ist es nicht anders. Mit dem Insel-Setting (gedreht wurde u.a. auf Sadrinien) hat man die halbe Miete drin. Ein wunderschönes Fleckchen Natur mit einer saftigen Flora sorgt für Urlaubsstimmung. Es gibt eine Tropfsteinhöhle zu bewundern und man sieht die versunkene Stadt Atlantis als schönes Miniaturmodell, was man unter Wasser aufgenommen hat. Aber auch die Fauna ist beachtlich, und die präsentiert sich vor allem monströs. Die humanoiden Amphibien-Monster, die hier für Terror sorgen, sind durchaus gut gemacht. Man hat ordentliche Fischmenschenkostüme hergestellt, die mit Schuppen, Seetang, Schleim, Krallen mit Schwimmhäuten und roten Fischaugen ausgestattet sind. Das Design mag ich sehr.

Neben soliden Effekten, gelungenen Kostümen, einer guten Fotografie und einer tollen Abenteuerfilm-Atmosphäre mit Voodoo-Ritualen und allem Pipapo, hapert es etwas an den Darstellern. Nicht, dass es Claudio Cassinelli grundsätzlich an Charisma gefehlt hätte, aber in der Rolle als Lt. Claude de Ross wirkt er von vorn bis hinten unsympathisch und lädt nicht nicht zum mitfiebern um seine Figur ein. Eigentlich bezieht sich das auf jede Figur, aber Richard Johnson kann als gieriger Antagonist, Edmond Rackham, zumindest ein bisschen Schwung in den Cast bringen. Auch Barbara Bach wirkt etwas gelähmt, kann sich aber mit ihrer Anmut über Wasser halten. Von Joseph Cotten als besessener Professor der Biologie bekommt man leider nur sehr wenig zu sehen. In der alternativen US-Fassung, die unter dem Titel SOMETHING WAITIS IN THE DARK bei Cormans New World Pictures herauskam, gibt es außerdem Mel Ferrer und Cameron Mitchell zu sehen. Diese müssen dann gleich in der nachträglich (von Miller Drake) gedrehten Eröffnungsszene des Films ihr Leben lassen. Neben dieser nicht nur sehr atmosphärischen, sondern auch mit einigen Monster-Effekten angereicherten Sequenz, folgen auch noch weitere kleine Eingriffe in Martinos Originalfassung, aus der zusätzlich Material entfernt wurde. 

Martino hat mit INSEL DER NEUEN MONSTER einen unterhaltsamen Abenteuerfilm geschaffen, der in seiner Gesamtheit funktioniert, in der die Figuren nicht gewichtiger sind als die Naturkulisse, in der sie sich aufhalten. 

(Bjoern Candidus)

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