DER TRAUM VOM SCHLAFENDEN HUND
(F. EST UN SALAUD,
Frankreich, Schweiz, 1998, Regie: Marcel Gisler)
Marcel Gisler hat hier Martin Franks Roman TER FÖGI ISCHE SOUHUNG adaptiert. Wie sehr das gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich den Roman nicht kenne. Die Verfilmung hat mir jedenfalls außerordentlich gut gefallen.
In DER TRAUM VOM SCHLAFENDEN HUND verliebt sich der 16jährige Beni in den zehn Jahre älteren Fögi, der Sänger einer Rockband aus Zürich. Anfangs läuft die Beziehung noch gut, aber Fögi verliert immer mehr die Kontrolle über sein Leben, was dazu führt, dass er Beni immer mehr wie Dreck behandelt. Er unterdrückt ihn, nutzt ihn aus und schickt ihn auf den Strich. Doch Beni hält an Fögi fest.
Das Liebes-Drama mit sadomasochistischen Zügen ist wirklich toll inszeniert und hat mein Herz berührt. Alles fühlt sich real und nicht gekünstelt an. Frédéric Andrau als Fögi und Vincent Branchet als wirken authentisch und machen einen ordentlichen Job. Fühlt sich die erste halbe Stunde noch wie ein Musikerfilm an (passend untermalt von Patti Smith, Velvet Underground, Iggy Pop), verdichtet sich plötzlich in der zweiten alles und Fögis Abstieg und Benis Unterwerfung führen immer mehr in einen Abgrund.
DER TRAUM VOM SCHLAFENDEN HUND ist ein ehrlicher Film, ein ungeschminkter, trauriger Blick in eine menschliche Seele.
(Bjoern Candidus)
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