DAS HAUS IM NEBEL
(LA MANSIÓN DE LA NIEBLA, Italien, Spanien, 1972, Regie: Francisco Lara Polop)
Für einige Reisende soll es die Nacht des Grauens werden. Als ein dichter Nebel aufzieht, verfahren sich Pärchen in einer abgelegenen Gegend von Frankreich und haben Begegnungen mit unheimlichen Gestalten, die sie schließlich in ein altes Herrenhaus treiben. Dort treffen sie auf die schöne Hausbesitzerin Martha Clinton, die ihnen Unterschlupf für die Nacht gewährt. Doch in damit begibt man sich in höchste Gefahr.
Wie im Italowestern ist es auch im Giallo-Kino zu Co-Produktionen zwischen Italien und Spanien gekommen, wenn auch sehr viel seltner. DAS HAUS IM NEBEL von Regisseur Francisco Lara Polop ist eins der Beispiele, was zusätzlich noch das Ambiente eines Gothic-Horrorfilms mitbringt. Bereits das Kaminfeuer, das während der Einblendung der Credits lodert, stimmt einen direkt auf einen Horrorfilm ein. Was die unheimliche Atmosphäre angeht, hat Polop seine Hausaufgaben gemacht. Ein alter Friedhof, Nebelschwaden, die durch die Landschaft ziehen und ein marodes Herrenhaus in der Pampa sind Argumente für DAS HAUS IM NEBEL, hinter dessen Gothic-Horror-Kulisse eigentlich ein Giallo steckt.
Zwar kann Polop die Atmosphäre kontinuierlich halten, aber es kommt auch zu längeren Durststrecken, die mit vielen Dialogen durchzogen werden, die samt dem oft schwülstigen Score von Marcello Giombini für eine gewisse Ödnis sorgen. Auch die Darsteller sind leider wenig anziehend, ausgenommen Ida Galli und Eduardo Fajardo.
Neben ein paar billigen, aber charmanten Horror-Szenen und dem ein oder anderen blutigen Moment hat DAS HAUS IM NEBEL wenig Spitzen und funktioniert mehr in seiner Gesamtheit als Gothic-Horror-Giallo. Von seiner Ästhetik her erinnert Polops Inszenierung allerdings mehr an das spanische Kino um Paul Naschy als an das italienische eines Mario Bavas.
(Bjoern Candidus)
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