DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND
(CJAMANGO, Italien, 1967, Regie: Edoardo Mulargia)
Cjamango gewinnt beim Pokern vier Säcke Gold. Doch sein Glück hält nicht lange an, denn der Saloon wird von zwei Banden überfallen, die ein Massaker unter den Gästen anrichtet und das Gold an sich reißt. Die Gier von Bandenführer El Tigre führt dazu, dass er die Bande von Don Pablo hintergeht und das gesamte Gold behält und es versteckt. Der totgeglaubte Cjamango bereitet unterdessen einen Racheplan vor, um sein Gold zurückzuerobern.
Bevor Regisseur Edoardo Mulargia den charismatischen Ivan Rassimov in ein INFERNO UNTER HEISSER SONNE (1972) schickte, hat er ihn in der Rolle als Cjamango inszeniert, aus dem der deutsche Verleih mal wieder einen Django machte. Einen großen Italo-Western im Stil eines Leone oder Corbuccis sollte man mit DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND natürlich nicht erwarten, dennoch ist Mulargia ein solider Film gelungen.
Schon die Pre-Titel-Sequenz gibt den Ton des Films vor, der recht düster und dreckig geraten ist. Die Eröffnung im Saloon ist sehr dicht inszeniert und spielt mit Schatten, die sich über das Gesicht von Rassimov legen. Rassimov macht als Cjamango optisch eine super Figur, dennoch bekommt man insgesamt nicht all zu viel Action von ihm geliefert. Neben ihm taucht immer wieder der der geheimnisvolle Whiskeyverkäufer Clinton auf, der von Mickey Hargitay verkörpert wird. Coolness ist einem mit beiden Herren gewiss. Schön garstig ist der Auftritt von Piero Lulli, der zu einer Legende des Italo-Western gehört und hier als El Tigre aufspielt. Mit Manuel, einem kleinen Jungen, der unbedingt weg will aus seiner gefährlichen Welt, hat man eine recht unnötige, aber nette Figur dazu gestrickt, die ein paar schwülstige Momente bekommt.
Statt die Weite der Prärie zu zeigen, fokussiert sich Mulargia vor allem auf Plätze, Häuser und Räume. Es wird viel geschossen und (unblutig) gestorben. Leider gibt es nur wenig Highlights, die sich festbrennen. DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND funktioniert eher als Ganzes. Er ist gut ausgestattet, ordentlich fotografiert und hat einen abwechslungsreichen Score von Felice Di Stefano, der mal spannend, mal traurig und mal vertraut nach Western klingt.
DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND ist ein grundsympathischer Italo-Western mit vielen verwegenen und groben Figuren, die sich durch eine bekannte Handlung kämpfen.
(Bjoern Candidus)
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