WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES
(ZOMBI 2, Italien, 1979, Regie: Lucio Fulci)
Der Reporter Peter West ist an einem heißen Fall dran, der ihn auf ein Segelschiff führt, was nach einem Polizistenmord durch einen scheinbar Wahnsinnigen von der New Yorker Polizei beschlagnahmt wurde. Zur gleichen Zeit schleicht sich Anne, die Tochter des Besitzer des Schiffes an Bord. Gemeinsam beschließen sie, Annes Vater zu suchen, was sie auf die Insel Matul führt, auf der die Toten zu den Lebenden zurückzukehren.
Wer einen Zombiefilm sehen will, muss nicht lange suchen. Wer einen richtig guten Zombiefilm sehen will, greift zu Jacques Tourneur, Romero A. Romero oder zu WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES von Lucio Fulci.
Fulci setzt zu Beginn auf Spannung,
wenn sich ein scheinbar unbemanntes Segelschiff New York City nähert, was von zwei Polizisten betreten wird. Wenig später wird man mit dem ersten Zombie konfrontiert, der einen Polizisten tötet, bevor er selbst getötet wird. Schon während dieser Szenen kann man sich ein Bild machen von der tollen Fotografie von Sergio Salvati, die noch mehr zur Geltung kommt, wenn man die geheimnisvolle Insel Matul betritt, wo sich verweste Zombies aus der Erde buddeln. Gerade die Close-ups auf die Gesichter der Moderköpfe, aus denen nicht selten Made plumpsen, brennen sich förmlich ein. Das Make-up der Zombies ist wirklich außergewöhnlich und setzt sich deutlich ab von den Romero-Zombies, bei denen es sich ja in erster Linie um frisch Verstorbene handelt. Die Zombies, die auf Matul erwachen, sind hingegen alt. Aber auch hier kommen frische Zombies hinzu, wenn Menschen gebissen werden. Extrem hart geht es bei den Gore-Effekten zu. Das Highlight dürfte klar die Holzsplitter-im-Auge-Szene sein, die bei jeder Sichtung immer wieder schmerzt. Eine weitere ikonische Szene ist auch der Unterwasserkampf zwischen einem Hai und einem Zombie. Darauf muss man erst mal kommen. Egal, wer hier wie ums Leben kommt, Gore-Fans können feiern.
Aber Fulci hat, wie wir wissen, auch ein Händchen für Atmosphäre, an der es hier ebenfalls nicht mangelt.
WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES ist nicht nur ein waschechter Zombiefilm, sondern er schmückt sich auch mit Elementen des Abenteuerkinos. Die Insel Matul bietet Palmen, Sandstrand und ein Dorf, bestehend aus Holzhütten, in denen der Arzt Dr. David Manard verzweifelt an einem Gegenmittel für die geheimnisvolle Seuche forscht. Gedreht wurde auf Santo Domingo, wo Joe D’Amato einen ganz Film-Zyklus abdrehte. Passend zum Karibik-Setting steuert Fabio Frizzi seinen Score bei, der von fröhlichen bis mystischen Klängen reicht.
Auch die Besetzung kann sich sehen lassen. Mia Farrows Schwester Tisa Farrow darf als Anne Bowles zusammen mit Ian McCulloch als Peter West in See stechen. Begleitet werden sie von Brian und Susan, die von Al Cliver und Auretta Gay verkörpert werden. Sympathisch sind die allesamt nicht, was auch auf Richard Johnson als Dr. David Manard und Olga Karlatos als seine Frau Paola zutrifft. Egal, denn man ist hier im Kino von Lucio Fulci, da sind freundliche Zeitgenossen rar gesät.
WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES ist ein Paradebeispiel für einen Zombiefilm und gehört zu einer der stärksten Arbeiten Fulcis.
(Bjoern Candidus)
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