ABWÄRTS
(Deutschland, 1984, Regie: Carl Schenkel)
Vier Menschen wollen ein Hochhaus mittels Fahrstuhl verlassen. Doch es kommt zu einem technischen Defekt, der den Fahrstuhl anhält. Da ihr Hilferuf unbemerkt bleibt und es kurze Zeit später auch noch zu einem Stromausfall kommt, spitzt sich die Situation unter den Vieren immer mehr zu und gerät schließlich außer Kontrolle.
Regisseur Carl Schenkel entführt einen in ABWÄRTS in ein von Hochhäusern und kaltem Neonlicht dominiertes Frankfurt am Main, wo vier Personen über Nacht in einem Fahrstuhl festhängen. Was erst mal nicht sonderlich packend klingt, entwickelt sich rasch zu einem dichten Kammerspiel mit guten, wenn auch mit Klischees durchzogenen Figuren, die für Spannungen untereinander sorgen. Götz George ist als Macho Jörg dabei, der sich stets selbst überschätzt. An seiner Seite ist Renée Soutendijk als Sekretärin Marion, die immer weniger Lust hat auf Jörgs Art, die immer schlimmer wird. Hoffnung auf Ablöse kommt mit Hannes Jaenicke als Pit in den Fahrstuhl. Pit ist ein cooler Typ mit Lederjacke und Sonnenbrille und eine potentielle Gefahr für Jörg, der seine Marion nicht hergeben will. Lange Zeit ganz verschwiegen in der Fahrstuhlecke stehend ist Wolfgang Kieling als Gössmann, der sein kleines Geheimnis ganz dicht bei sich trägt.
Der Großteil von ABWÄRTS spielt in der Fahrstuhlkabine. Hier kommt es zu einigen Diskussionen und Überlegungen, wie man aus der Situation herauskommt, was immer mit Spannungen einhergeht. Die entwickeln sich erst richtig, wenn Jörg und Pit auf das Dach des Fahrstuhls steigen. Neben den vier Fahrstuhlgästen gibt es auch drei gute Bekannte in den Rollen der Fahrstuhlmechaniker: Kurt Raab, Ralf Richter und Klaus Wennemann.
Aber es ist nicht nur das Spiel der Schauspieler, sondern auch die dichte Atmosphäre, die tolle Fotografie von Jacques Steyn und der spannende Score von Jacques Zwart, die ABWÄRTS zu einem hervorragenden Thriller machen, der trotz seines überschaubaren Sets nicht eine Sekunde langweilig ist.
(Bjoern Candidus)
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