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Brainscan, 1994 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BRAINSCAN
(GB, Kanada, USA, 1994, Regie: John Flynn)

Aus dem Nichts bekommt der Teenager Michael ein Exemplar des interaktiven Videospiels „Brainscan“ zugeschickt. Da er Videospiele liebt, wartet er nicht lange und legt die CD-ROM ins Laufwerk ein, was ein gravierender Fehler war, wie er und sein Umfeld schnell feststellen muss.

Als in 90er-Jahren die Filme um Freddy, Jason und Michael langsam reduziert oder in den Ruheschlaf geschickt wurden, mussten neue Horror-Ikonen geschaffen werden. Mit dem Candyman ist das tatsächlich gelungen, und der Leprechaun lässt auch heute noch von sich hören. Mit The Trickster, dem Antagonist aus BRAINSCAN, sollte vermutlich ebenfalls eine wiederkehrende Horrorgestalt etabliert werden, der allerdings kein zweiter Auftritt eingeräumt wurde.

Während sich Horrorfilme bei den jungen Leuten ungeschlagener Beliebtheit erfreuten, machte sich ein weiteres Medium breit, was das Home Entertainment der 90er-Jahre auf den Kopf stellen sollte: interaktive Spiele, gepresst auf einer CD-ROM. Und genau so ein Spiel wird hier zum Inhalt gemacht. 

Regisseur John Flynn (DER MANN DER STAHLKRALLE, 1977) baut anfänglich eine düstere Atmosphäre auf und liefert mit Edward Furlog einen guten Jungdarsteller, der bereits einige Erfolge zu verzeichnen hatte. Mit seinem besten Freund Kyle (Jamie Galen) hat Michael einen Horrorfilm-Club an der Schule, hört Hardrock, zock Computerspiele und beobachtet gerne Kimberly (Amy Hargreaves), das Girl von gegenüber. Michael bringt also sämtliche Klischees eines 90er-Jahre-Teenagers mit. In meiner 90er-Jugend, als ich BRAINSCAN aus der Videothek ausgeliehen habe, hat mich das natürlich sehr angesprochen, vor allem hat mich Edward Furlong angesprochen, in den ich damals ziemlich vernarrt war. Sein Charisma hat er hier noch nicht verloren. Während Furlong ein gutes Schauspiel liefert, krankt es beim Trickster, der von T. Ryder Smith verkörpert wird. Die Figur ist so eine Art virtueller Freddy Krueger, der sich als Gothic-Punkt präsentiert, aber leider ziemlich nervt und keinerlei Schrecken verbreitet. Genauso wenig überzeugend sind die CGI-Effekte, die für damalige Verhältnisse aber zumindest akzeptabel waren. In Sachen Gore gibt es hier nicht allzu viel, aber zumindest bekommt man es mit einem gialloesken Messermord zu tun, der ganz ordentlich inszeniert wurde. 

Die anfängliche Spannung kann BRAINSCAN noch einige Zeit halten, aber spätestens ab der Hälfte lässt diese immer mehr nach. Auch mit Frank Langella als Detective Hayden kommt nicht wirklich Schwung in die zweite Hälfte, die sehr sprunghaft geraten ist. Am Ende macht man es sich zwar ziemlich einfach, aber immerhin wird die Inszenierung rund abgeschlossen. 

BRAINSCAN hat unter dem Strich nicht viel Schauwerte zu bieten, aber kann sich mit Edward Furlong und der charmanten 90er-Jahre-Horrorfilm-Atmosphäre noch über Wasser halten. 

(Bjoern Candidus)

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