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The Exorcist: Believer, 2023 – ½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DER EXORZIST – BEKENNTNIS
(USA, 2023, Regie: David Gordon Green)

Die beiden Mädchen Angela Fielding und Katharine West geben an, gemeinsam Hausaufgaben machen zu wollen. Doch statt für die Schule zu lernen, begeben sie sich in ein altes Gemäuer im Wald, um ein okkultes Ritual abzuhalten. Als die beiden Mädchen abends nicht nach Hause kommen, starten die Eltern eine Suchaktion. Ein paar Tage später finden sie die beiden in einem Stall eines Bauernhofes. Was ihnen widerfahren ist, wissen sie nicht, doch schnell stellt Victor Fielding und die Wests fest, dass ihre Töchter nicht mehr die sind, die sie mal waren. Was ist mit ihnen passiert?

Prinzipiell habe ich überhaupt gar nichts gegen Remakes, Sequels, Prequels, Reboots oder was es auch immer gibt, um erfolgreiche Filmideen zu wiederholen, zu erweitern oder auszuschlachten, um Geld in die Kasse zu spülen. Das macht man seit Anbeginn des Kinos und ist völlig legitim. Und so gab es immer gute und schlechte Beispiele, die diesem Prinzip folgten. Mit DER EXORZIST – BEKENNTNIS ist leider ein schlechtes, ein extrem schlechtes Sequel entstanden, und diesen Film überhaupt nur in die Nähe von Friedkins DER EXORZIST (1973) zu rücken, ist ein Sakrileg.

David Gordon Green! Das Einzige, was der Mann für mich bisher geschafft hat: meine innere Alarmanlage sofort anspringen zu lassen, wenn ich seinen Namen höre. Aber es soll ja nicht um seine drei HALLOWEEN Filme gehen, denn über die habe ich mich an anderer Stelle bereits ausgelassen. Und wie ärgerlich, die Trilogie teilweise auch war, so unglaublich bodenlos wie dieser Film hier war keiner von den Dreien, und HALLOWEEN ENDS war verdammt übel.

David Gordon Green hat sich also erneut nicht mit Ruhm bekleckert und diesmal so richtig auf ein Franchise gespuckt. Schon in der ersten Minute serviert er eine unnötige Hommage an den Vorgänger von 1973, wenn sich zwei Hunde duellieren. Sorgte Friedkin für Unwohlsein unter glühender Sonne, rollte ich hier gelangweilt mit den Augen. Dann wird man sofort mit einem ekligen Grün-Gelb-Farbfilter beleidigt, der Stimmung erzeugen soll. Einzelne Szenen versucht man zu kopieren, aber einen authentischen Look, der einen Großteil von Friedkins Wirkung ausmacht, wird nicht versucht zu realisieren. Auch im weiteren Verlauf sieht der Film genauso aus wie Greens HALLOWEEN Filme. Wenn es von Haiti nach Georgia, geht, dachte ich, ich wäre plötzlich in Haddonfield, und selbst an den Herbst wurde gedacht. Green scheint auch ein Faible für das Blau- und Rotlicht von Polizeiautos zu haben. Aber egal, was der Mann toll findet, er scheint nichts von dem vernünftig umsetzen zu können. Hat man die fiese Ästhetik der Bilder geschluckt, darf man sich als nächstes damit abfinden, dass ein austauschbarer Darsteller nach dem anderen in den Film purzelt, ohne auch nur einen Ansatz von Tiefe oder Charisma mitzubringen, egal, ob auf der männlichen oder auf der weiblichen Seite. Leslie Odom Jr. als alleinerziehender Vater Victor Fielding war vielleicht bemüht, hat aber keinen Eindruck hinterlassen. Noch viel weniger Eindruck hat die Familie des anderen besessenen Mädchens hinterlassen: Norbert Leo Butz als Stuart West und Jennifer Nettles als Miranda West. Immerhin waren sie anwesend und durften ein paar Sätze verlieren. Die Hauptattraktion sollten natürlich in erster Linie die Opfer dämonischer Besessenheit sein, wie in diesem Fall zwei Mädchen. Dargestellt werden die beiden enorm langweiligen Satansbraten von Lidya Jewett als Angela Fielding und Olivia O’Neill als Katharine West. Wie wunderbar Linda Blair damals die Rolle als Regan MacNeil gemeistert hat, muss ich wohl kaum erwähnen. Nein, hier muss nur erwähnt werden, wie schlecht es die beiden machen, denen man dafür natürlich nicht die Schuld geben kann. Schuldig sind hier nur die Macher, die offensichtlich einen Scheiß um Charakterzeichnung geben, die in so einem Film einfach nötig ist, wenn man mehr erreichen will als nur Horror-Effekte von der Stange zu liefern, und das möglichst schlecht. Gleiches gilt auch für die anderen Darsteller und Darstellerinnen. Ann Dowd ist als Krankenschwester und Esoteriktante Ann Brooks noch das einzige kleine Licht am Horizont. Ganz übel, ja, sogar peinlich wird es, wenn Ellen Burstyn auf den Plan gerufen wird. Die gute Ellen Burstyn, unsere Original Chris MacNeil, gibt sich hier leider die Ehre. Als „Expertin für Exorzismus“ schreitet sie zur Tat und bekommt einen lächerlichen Moment nach dem anderen ins Script geballert, gekrönt von einem Ende… Nein, das verrate ich nicht. Es war einfach nur zum fremdschämen. Dass der Film auch irgendwie so etwas wie eine Geschichte hat, kann einem dabei genauso egal sein, wie es David Gordon Green wohl egal war. Ein Erdbeben, ein Familiendrama, zwei Kinder verschwinden… Nichts pack, nichts reist mit und bis mal etwas „dämonisches“ passiert, vergehen 50 Minuten mit langweiligen Figuren, um dann schließlich mit ausgelutschten Horror-Zutaten um die Ecke zu kommen. Obszöne Beschimpfungen hat man den kleinen Teufelchen weitestgehend genommen, vermutlich um die Zuschauer zu schützen. Eine für gefühlt zwei Sekunden onanierende Katherine in einer Kirche ist schon das Highlight, wenn es um Provokation geht. Hat man also gerade einen Ansatz, um wenigstens auf simple Art etwas zu erzeugen, wird dieser sofort wieder in die Tonne getreten. Gekrönt wird dieses Machwerk von einem lächerlichen Patchworkexorzismus, der sich so anfühlt, als hätte die Gruppentherapiesitzung den Projekttag „Besessenheit“ ausgerufen.

DER EXORZIST – BEKENNTNIS ist in allen Belangen ein Ärgernis und eins der erbärmlichsten Beispiele für eine Legacy-Fortsetzung.

Als Nächstes kann sich David Gordon Green ja um einen neuen NIGHTMARE ON ELM STREET kümmern, denn aus der Sache mit der angedachten EXORZIST-Trilogie ist dieser Mann glücklicherweise raus.

(Bjoern Candidus)

←The Salton Sea, 2002 – ★★★★
Golden Temple Amazons, 1986 – ★½→

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