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The Awakening, 2011 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

THE AWAKENING – GEISTER DER VERGANGENHEIT
(THE AWAKENING, GB, 2011, Regie: Nick Murphy)

England, Anfang der 1920er-Jahre: Das Land ist durch Tod und Trauer geprägt; der Krieg und die Spanische Grippe hat mehr als 1 Millionen Menschen getötet. So auch den Verlobten von Florence Cathcart, der im Krieg gefallen ist. Da Séancen und spiritistische Sitzungen angesagt sind, um vielleicht doch noch mal mit den Verstorbenen reden zu können, liegt auch Lug und Trug in der Luft. Um diesen Machenschaften auf die Schliche zu kommen, nimmt Florence Cathcart an den Beschwörungen teil, um eventuelle Betrüger zu entlarven, womit sie sich nicht gerade Freunde macht. Als sich der Lehrer Robert Mallory aus einem Jungeninternat meldet, weil dort ein Geisterjunge sein Unwesen treiben soll, hat sie erst Bedenken, bevor sie sich dem Fall annimmt. Nach ihrer Anreise auf das weitläufigen Internat in Cumberland, stellen sich die ersten Erscheinungen als Streiche eines Schülers heraus. Dann verdichten sich die Anzeichen für einen echten Spuk…

Nick Murphy, der vor allem als Regisseur für Serien-Folgen (PRIMEVAL, 2007-2011 / DRACULA, 2013 / NIGHTFLYERS, 2018) in Erscheinung tritt, bewegt sich in dieser britischen Produktion in die Welt der Geister, die im Jahre 2011 wieder richtig angesagt waren. Die J-Horror-Geister waren kaum verschwunden, da regierten die Amis mit überflüssigen Remakes japanischer Geisterfilme, bevor sie mit halbgaren Eigenproduktionen wie INSIDIOUS (2010) um die Ecke kamen, die sich vor allem auf Jump-Scare-Szenen konzentrierten und sich so meistens selbstzerstörten, zumindest ab der Hälfte der Spielzeit.

Der ein oder andere Jump-Scare ist auch hier zu verzeichnen, aber darauf reduziert sich Nick Murphy nicht. Er geht es nach einer spannenden Eröffnung-Szene sehr lange ruhig an, räumt seiner Hauptdarstellerin Rebecca Hall als Florence Cathcart viel Zeit ein, um ihren Charakter kennenzulernen. Hall (GODZILLA VS. KONG, 2021) macht ihre Sache wirklich gut. Obwohl eine große Last auf ihrer Figur liegt, ist sie kein Jammerlappen, sondern eine Frau, die die Sachen anpackt. Sehr gut. Überhaupt gibt es von der darstellerischen Seite nichts zu bemängeln. Dominic West (THE WIRE, 2002-2008) ist als Lehrer am Start, Imelda Staunton (HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHÖNIX, 2007) macht als Haushälterin Maud Hill alles richtig und auch der Kinderdarsteller Isaac Hempstead Wright (GAME OF THRONES, 2011-2019) ist zufriedenstellend.

THE AWAKENING bietet eine gut erzählte Geschichte mit einem gekonnten Ende, Spannung, ein atmosphärisches Set wie es englischer nicht sein könnte und macht Themen wie Verlust, Trauer und Vereinsamung auf. Und somit bewegt sich THE AWAKENING mehr in der Tradition von Filmen wie THE SIXTH SENSE (1999), THE DEVIL’S BACKBONE (2001) oder THE OTHERS (2001), statt sich dem Geisterbahngrusel von Filmen wie INSIDIOUS (2010) oder CONJURING (2013) zu nähern.

(Bjoern Candidus)

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