DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS
(L’ UOMO SENZA MEMORIA, Italien, 1974, Regie: Duccio Tessari)
Durch einen Autounfall hat Ted sein Gedächtnis verloren. Er weiß weder wer er ist, noch wer die Leute sind, die ihn plötzlich verfolgen und bedrohen, weil er angeblich eine Millionen Dollar unterschlagen hat. Ein Telegramm von seiner Frau Sara lockt ihn von London nach Italien, wo sie ihm etwas über seine Vergangenheit erzählen will. Doch Sara gerät ins Visier eines Unbekannten, der sie erst überfällt und später ihren Hund tötet. Aber auch Ted steckt in Schwierigkeiten, denn der Klan will sein Geld zurückhaben.
Duccio Tessari (BLUTSPUR IM PARK, 1971) betritt erneut die Welt der Gialli und liefert mit DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS einen spannend inszenierten Beitrag ab, ohne pompös zu sein. Tessari legt viel mehr Wert auf die Figuren und die Story, als sich mit ausufernden Morden oder Provokationen zufrieden zu geben. Muss man ja auch nicht; das können andere. Dafür verwöhnt einen Tessari mit der Auswahl der Darsteller, die hier aufgefahren werden. Senta Berger, Anita Strindberg, Luc Merenda, Umberto Orsini und Bruno Corazzani sind allesamt überzeugend und unterstreichen spielend das Giallo-Feeling, was der Fan erwartet. Der Score von Gianni Fierro empfängt einen bereits von Anfang an mit offenen Armen und unterstreicht die Aufnahmen des wunderschönen Küstenstädtchens in Ligurien, Italien. Gerade die Architektur der Häuser und die schmalen Gässchen, die dazwischen liegen, sorgen für die nötige Atmosphäre. Ab der Hälfte steigern sich auch die Spannungsmomente, die sehr ordentlich inszeniert wurden und in einem blutigen Finale enden.
DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS ist ein gut erzählter Giallo mit wohldosierten Spannungsspitzen und einer tollen Besetzung vor einladender Kulisse.
(Bjoern Candidus)
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