HALLUCINATIONS OF A DERANGED MIND
(DELIRIOS DE UM ANORMAL, Brasilien, 1978, Regie: José Mojica Marins)
Und wieder schickt einen Regisseur José Mojica Marins (AWAKING OF THE BEAST, 1970) in die Hölle, und das so richtig. Hier verzichtet er allerdings auf eine richtige Handlung. Er selbst ist als José Mojica Marins, bzw. als Ze Do Caixao aka Coffin Joe dabei, der mit einem von Alpträumen geplagten Psychiater konfrontiert wird. Das hat mich alles etwas an Lucio Fulci in NIGHTMARE CONCERT (1990) erinnert, der nun wahrlich keine Sternstunde ist. Ähnlich wie bei Fulci, greift Marins dabei auf Szenen seiner vorherigen Filme zurück. Der Clou: Es handelt sich dabei um Szenen, die die brasilianischen Zensurbehördern einst nicht durchgelassen haben. Menschen werden ausgepeitscht, auf Streckbänken gefoltert, erstochen; Menschen verwandeln sich in groteske Fleischhaufen, bekommen Arschgesichter oder ertrinken in Lava oder Leichensud. Hier werden knapp 85 Minuten mit krassen Gräueltaten ausgefüllt, die sich dank Kameramann Giorgio Attili durchaus ins Hirn brennen können. Durch den Wechsel von farbigen zu schwarzweißen Bildern, wird das Ganze allerdings auch manchmal etwas anstrengend.
HALLUCINATIONS OF A DERANGED MIND ist ein wahnsinniger Horrortrip, wie ihn nur ein José Mojicá Marins auslösen kann.
(Bjoern Candidus)
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