PANIK
(PANIC, Italien, Spanien, 1981, Regie: Tonino Ricci)
Ein Lauftext verspricht:
„Was dieser Film zeigt, kann jeden Tag grausame Wirklichkeit werden.
Wir leben im Zeitalter der ABC-Waffen. Es wird soweit kommen, dass die Lebenden die Toten beneiden.“
Eigentlich wollte Winston Churchill Deutschland mit einer bakteriellen Bombe komplett vernichten, doch Eisenhower und CO. konnten das verhindern. Zu groß wäre die Gefahr, auch die Nachbarländer zu kontaminieren. (Die US-Fassung unterscheidet sich in dem Punkt von der it. Originalfassung, auf der auch die dt. Fassung basiert. In der US-Fassung fehlt einfach der Kommentar über den Bildern.) Viele Jahre später, entweicht das Virus in einem Versuchslabor und befällt einen Professor, der fortan als Beulenmonster die Gegend unsicher macht. Es ist Zeit für Spezial-Agenten Kirk, der mit seiner reizenden Unterstützung Jane Blake den Fall lösen soll.
Eine Mischung aus Virus-, Agenten- und Horrorfilm wird hier aufgetischt, bei der Regisseur Tonino Ricci (DIE LEOPARDEN KOMMEN, 1969) leider etwas die Spannung und Ansehnlichkeit vergessen hat. Nicht dass der Film hässlich aussehen würde, aber er bringt eine Tristesse mit, die durch den oft schleppenden Ablauf doppelt ermüdend wirkt. Andererseits gibt es Abwechslung in der Vegetation. Der Film spielt in England, wurde allerdings auch in Italien und Spanien gedreht, was nicht zu übersehen ist. Das wirkt ein bisschen wie eine Phantasiewelt, stört aber nicht. Man wird auch immer wieder mit netten Abschnitten (Kanalisation) belohnt, in denen der dreckige Anstrich sehr gut funktioniert und im schönen Kontrast zu dem kontaminierten Beulenprofessor steht. Das Make-up sieht gut aus und weckt Erinnerungen an THE INCREDIBLE MELTING MAN (1977), der mir hier ohnehin einfiel. Natürlich kommen dem geneigten Fan solcher Kost auch Filme wie ABSURD(1981) und GROSSANGRIFF DER ZOMBIES (1980) in den Sinn. Der Hauptunterschied: alle genannten Filme sind besser. David Warbeck als Captain Kirk (!) und Janet Agren als sein Häschen Jane Blake geben keine Glanzperformance ab, bewegen sich aber in soliden Bahnen. Die Ohren werden von Komponist Marcello Giombini verwöhnt, der schon Filme wie z.B. GARRINGO – DER HENKER (1969), SABATA(1969), MAN-EATER (1980) und HORRORSEX IM NACHTEXPRESS(1980) bereichert hat.
PANIKist die hässliche, unattraktive Schwester von vielen ähnlich gelagerten Filme, die mehr Schauwerte haben. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Film keine Blicke verdient hat.
(Bjoern Candidus)
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