ALRAUNE
(Deutschland, 1952, Regie: Arthur Maria Rabenalt)
Im Schlosspark seines Onkels, Professor Jacob ten Brinken, trifft Frank auf seine Cousine Alraune, die ihn mit dem Lied vom „einsamen Mädchen“ anlockt. Schnell verliert er sein Herz an ihr, was seinem Onkel gar nicht passt. Jacob ten Brinken klärt Frank über Alraunes Vergangenheit auf, um sie ihm madig zu machen. Als Alraune mit Frank nach Frankreich gehen will, lässt er sie sitzen. Alraune bekommt eine Gouvernante vor die Nase gesetzt und macht sich ihrem Vater gegenüber nützlich, als sie eine (angebliche) Heilwasserquelle auf einem Acker entdeckt. Promt eröffnet er dort ein Heilbad und benennt die Quelle nach ihr. Alraune, die immer noch über Franks Abfuhr enttäuscht ist, tröstet sich derweil mit anderen Männern hinweg, die alle samt nicht lange am Leben bleiben. Dann kommt Frank zurück…
Der in Österreich geborene Theater– und Film-Regisseur Arthur Maria Rabenalt hat hier die sechste Adaption von Hanns Heinz Ewers erfolgreichen Roman „Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens“ aus dem Jahre 1911 vorgelegt. Dass die zauberhafte Hildegard Knef (vor ihrer Gesangskarriere) die Titelrolle dieses Mad Scientist-Horror-Dramas übernommen hat, war eine ausgesprochen gute Idee. Durch ihre an sich schon sonderbare Aura und ihrer markanten Stimme, bringt sie die nötige Fremdartigkeit mit, die ihre Rolle der Alraune unterstreicht. Ihr geliebter Cousin, Frank, wird passend von Karlheinz Böhm dargestellt, der da noch drei Jahre von seiner Kaiser-Rolle in SISSI (1955) und noch acht von der in PEEPING TOM (1960) entfernt war. Ebenfalls gut besetzt ist Erich von Stroheim als Professor Jacob ten Brinken.
Abgesehen von dem kontroversen Thema um die Befruchtung einer Prostituierten durch den Samen eines gehängten Mörders, was für deutsche Verhältnisse 1952 kaum alltäglich gewesen sein dürfte, nimmt Rabenalt fast schon das italienische Gothic-Horrorkino eines Ricardo Fredas und Mario Bavas vorweg, ohne jedoch deren Intensität, Dichte und Spannung zu erreichen. Dennoch wirkt der Film beachtlich modern, ist gut in Schwarzweiß fotografiert und bietet beachtliche Sets (z.B. der Saal der Heilquelle, samt dem riesigen Wandgemälde). Die ländliche Kulisse, das Schloss, der Park, der Wind und der später fallende Schnee sorgt für einige atmosphärische Momente, die der packenden Geschichte zuträglich sind.
Auch wenn Rabenalts ALRAUNE-Adaption nicht die beste sein soll, habe ich dennoch einen spannenden Film mit einer beachtlichen Geschichte und einer wunderbaren Besetzung erhalten.
(Bjoern Candidus)
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