WESTERN JACK
(UN UOMO, UN CAVALLO, UNA PISTOLA, Deutschland, Italien, 1967, Regie: Luigi Vanzi)
Der Fremde ist zurück! Diesmal reitet er sogar mit einem kleinen rosa Sonnenschirm durch die Prärie, welchen er aber schnell bei Seite legt, wenn er die Identität des Postinspektors Ross annimmt, der eigentlich tot im Staub liegt. Natürlich zielt diese Tarnung darauf ab, um sich eines Goldschatzes zu bedienen, auf den es auch En Plein, der Kopf einer Bande, abgesehen hat.
In Vanzis Fortsetzung lichtet sich etwas die Atmosphäre des Todes, die noch den Vorgänger überschattet hat, auch wenn in WESTERN JACK natürlich noch genug Herrschaften das Zeitliche segnen. Doch die Stimmung ist etwas lebendiger, farbenfroher, selbstironischer und ja, selbst Tony Anthony, der sich im Vorgänger für mich zum größten Problem entwickelt hat, bekommt etwas mehr Leben eingehaucht, was seiner Figur gut tut. Anthony hat eine positive Entwicklung durchgemacht, vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Fortsetzung im gleichen Jahr entstanden ist. Interessant ist auch, dass Anthony hier selbst die Story geschrieben hat. In allem ist die Inszenierung deutlich lockerer und entspannter geraten und wurde erneut von Marcello Masciocchi fotografiert, der wieder schöne Landschaftsbilder und die Gesichter von grantigen Miesepetern eingefangen hat. Der Film schreitet stets voran, ohne sich lange aufzuhalten und liefert Action und Dialog im Wechsel. Freunde von Sadismus und Brutalitäten dürfen auch befriedigt werden. Besonders Dan Vadis (EIN FREMDER OHNE NAMEN, 1973) als Oberschurke En Plein zeigt sich von der fiesen Sorte. Einer seiner Schergen ist Raf Baldassarre (LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG, 1968), der ständig dreckig lacht, bis er für immer sein Lächeln verliert. Daniel Vargas (FRIEDHOF OHNE KREUZE, 1969) ist als Good Jim eine Art Pseudo-Sheriff, während Ettore Manni (DJANGO UND SARTANA KOMMEN, 1970) den Part als hochnäsiger Lieutenant Stafford einnimmt. Insgesamt bekommen die Charaktere mehr Tiefe als bei EIN DOLLAR ZWISCHEN DEN ZÄHNEN. Angetrieben wird der Film von einem ausgezeichneten Score von Stelvio Cipriani, der sich teilweise etwas von den typischen
Italowesternklängen löst.
WESTERN JACK ist ein kurzweiliger Italowestern ohne große Story, aber mit einem stimmigen Rest.
(Bjoern Candidus)
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