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Our Evil, 2017 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

OUR EVIL – DIE HOFFNUNG STIRBT ZUERST

(MAL NOSSO, Brasilien, GB, 2017, Regie: Samuel Galli)

Arthur sucht im Darkweb nach einem Auftragskiller, und in Charles, der sich mit Snuff-Clips geradezu profiliert, hat er genau die Person gefunden, die seinen Auftrag ausführen soll. Dabei geht es um die Ermordung von Arthur selbst und seiner Tochter zu ihrem zwanzigsten Geburtstag, an dem auch sie ein grauenvoller Fluch einholen wird. Die beiden Männer vereinbaren ein Treffen in einer Bar. Charles sagt zu, führt den Plan aus und erhält anschließend über einen USB-Stick den Code eines Bankschließfachs, in dem die zweite Hälfte der Bezahlung liegt und eine Videobotschaft, die Arthurs Beweggründe schildert, die auch für Charles nichts Gutes bedeuten.

Horror aus Brasilien! Da baut sich mir vor allem ein Gesicht auf: das von José Mojica Marins. Doch um die bizarren Alptraumwelten des Coffin Joe soll es hier nicht gehen. Es wird allerdings auch nicht lebensbejahender, denn Samuel Galli hat in seiner ersten (und bisher einzigen) Regiearbeit einen ziemlich düsteren Horrortrip abgeliefert.

Bereits in den ersten Minuten wohnt man der Skalpierung einer Frau bei, was die Laune nicht gerade anhebt. Auch im weiteren Verlauf liefert Galli keine Hoffnung. Der langsame Aufbau der Story wird vermutlich einigen missfallen; es gibt Szenen, die einfach viel zu sehr gedehnt werden. Eine bleierne Schwere liegt über der Inszenierung. Aber das ist nicht nur schlecht, denn Galli versteht es, eine dichte und visuell ansprechende Atmosphäre zu erzeugen, die in den besten Momenten an das Kino von David Lynch erinnert. Im kleinen Rahmen, wohl bemerkt. Die Sets sind ansprechend ausgeleuchtet und gut eingefangen. Der Aufbau einer kleinen Welt in einer großen Welt des Grauens ist soweit geglückt. Dass es sich um eine Independent-Produktion handelt, wird zwar schnell klar, aber man erkennt Hände, die nicht einfach nur einen Horrorfilm dahin kleckern wollten. Das Budget wurde gut verteilt und an keiner Stelle unnötig verpulvert. Mein größter Kritikpunkt gilt definitiv der Spielzeit, aus der man locker zehn Minuten hätte entfernen können. Die Darsteller, die hier quasi alle ihr Filmdebüt feiern, sind durchaus annehmbar und passen sich der düsteren Grundstimmung an. Auch an Blut und Gewalt wurde gedacht. In diesem Bereich geht es nicht gerade zimperlich zu, aber man ertrinkt auch nicht im Sumpf aus Blutwurst, denn dafür konzentriert sich Galli zu sehr auf die Story. Aber selbst die Effekte und das Make-up muss sich hier nicht verstecken. Akustisch wurde das Ganze passend von Guilherme und Gustavo Garbato untermalt.

OUR EVIL – DIE HOFFNUNG STIRBT ZUERST ist ein kleiner Dämonen-Horrorfilm, der Wert auf seine Story und die Figuren legt und sich trotzdem gängigen Mechanismen bedient, ohne diese unnötig auszuschlachten. Eine Empfehlung für Leute, die den Horror-Einheitsbrei oder die 100. Kopie der Kopie nicht mehr sehen können.

(Bjoern Candidus)

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