RED MOON
(BLOODMOON, Australien, 1990, Regie: Alec Mills)
Dass es schnell tödlich enden kann, wenn man Sex im Schoße von Mutter Natur hat, sollte allgemein bekannt sein, doch immer wieder vergessen Menschen das und werden dann von irren Killern dahin gemeuchelt. Nicht anders verhält es sich in diesem Pensionat-Slasher aus Down Under.
Alec Mills hat bei diesem australischen Slasher leider kein wirklich glückliches Händchen bewiesen. Das Setting und die Atmosphäre ist definitiv das, was hier noch am ehesten aufgeht. Die Sonne, das Meer, der Strand… Zutaten für einen Sommer-Slasher wie z.B. NIGHTMARE BEACH (1988) sind erfrischend, halten sich aber nicht lange. Gemordet wird dann mittels Stacheldraht im Wald hinter dem Pensionat. Die zweite Hälfte ist düsterer und etwas spannender inszeniert, doch wirkliche Schauwerte sind nicht auszumachen. Dazu hat der Film auch zu viel Leerlauf mit langweiligem Gequatsche von ausladenden Figuren, die ihren Kollegen aus dem US-Kino in nichts nachstehen.
Brian May zeigt sich für den Score verantwortlich und hatte für den Opener scheinbar den Score von NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) zum Vorbild. Anfänglich kann der Score durchaus überzeugen, was er aber nicht lang durchhält. Interessant ist der Killer, der immerhin etwas aus dem sonst üblichen Rahmen fällt, da es sich hier mal nicht um einen Hüne mit Maske handelt, sondern eher um eine Mischung aus Jean Rollin und Paul Naschy. Die Mischung aus 08/15-80er-Slasher und Giallo ist mit Jahrgang 1990 viel zu spät dabei, um sich damals bei einem Publikum durchsetzen zu können. Das dürfte auch erklären, warum der Film verhältnismäßig unbekannt geblieben ist.
Insgesamt kann BLOODMOON nicht gerade überzeugen. Handwerklich geht er klar, inhaltlich gibt es nichts Neues zu bieten.
(Bjoern Candidus)
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