DAS PHANTOM
(THE PHANTOM, Australien, USA, 1996, Regie: Simon Wincer)
Das Phantom muss den machtbesessenen Xander Drax aufhalten, denn der will die drei Totenschädel von Touganda zusammenführen, um unsterbliche Macht zu erlangen.
Nach einer Einführung, die in kurzen Szenen die Vorgeschichte des Phantoms erzählt, wird es schön grün, denn wir sind mitten im Dschungel. Erinnerungen an das Abenteuerkino wie man es z.B. von der INDIANA JONES-Reihe her kennt, wird unweigerlich erweckt und recht schnell mit Auftauchen des Phantoms mit dem Superheldenkino ergänzt. Kein Wunder, hat doch Jeffrey Boam das Drehbuch geschrieben, wie auch für INDIANA JONES UND DER LETZTE KREUZZUG (1989). Hochhausschluchten wie bei Batman oder Spiderman weichen also erst mal Bäumen, Felsen und Hängebrücken. Visuell sieht das sehr ansprechend aus; man ist auf der Höhe seiner Zeit. Im weiteren Verlauf weicht das Dschungel-Setting dann doch der Stadt, was die Qualität nicht mindert. Der End-30er-Anstrich ist soweit gelungen. Formal gibt es also überhaupt nichts zu bemängeln. Weniger potent ist da die Besetzung, bzw. die Figurenzeichnung. Nicht dass Billy Zane als Phantom bzw. Kit Walker eine schlechte Figur abgeben würde, aber sein Charakter bleibt recht blass und letztlich auf der Strecke, was auch für alle anderen Darsteller wie z.B. Treat Williams, Catherine Zeta-Jones oder James Remar zutrifft. Immerhin glänzte Samantha Eggar kurz in einer Mini-Rolle. Etwas ausdruckslos ist der Score von David Newman.
Nette Action, ordentliche Effekte, eine ansprechende Ausstattung und schöne Kulissen, die einen gewissen Kitsch-Charme mitbringen und ein Phantom, was, zumindest äußerlich, dem aus dem Comic entspricht, machen DAS PHANTOM zu einem kurzweiligen Trip in die Superheldenwelt der 30er-Jahre.
(Bjoern Candidus)
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